Ein Künstlerisches Feld: Fußball und Mode

Ein Künstlerisches Feld: Fußball und Mode
Der Fashion-Analyst Andrej Abolenkin - über den Einfluss des Spiels auf die Kleidung
Fußball ist ein rein sportliches Phänomen, was die Vertreter der kreativen Welt nicht davon abhält, darin eine Inspirationsquelle zu suchen. Über die Verbindung des beliebtesten Spiels des Planeten mit der Kunst - ein spezielles Projekt von Welcome2018.
Es scheint, dass Fußball und Mode sehr weit voneinander entfernt sind. So sehr, dass sie nur am gegenüberliegenden Ende des Feldes, in den Kleiderschränken der Frauen der Fußballspieler zusammenkommen. Dies scheint jedoch nur so. Ein großer Teil der aktuellen Mode kommt aus der Kleidung von Fans oder Trikots von Fußballspielern.

Der Unterschied zwischen Freizeitbekleidung und Sportbekleidung verschwindet fast, weil diese beiden Aspekte des Lebens fast untrennbar miteinander verschmolzen sind. Früher galt als gut gekleidet, wer wusste, wie man die richtige Kleidung für verschiedene Anlässe auswählt, und daher ging man zu formellen Anlässen nicht in Trainingshosen. Die Möglichkeit, sich informell zu kleiden, gilt jetzt als Errungenschaft: Auf dem Podium geben marginale Bilder den Ton an und Turnschuhe wurden Teil der Couture-Kollektionen. Der Wandel in der Art sich zu kleiden, ist auf einen Wandel des Lebensstils zurückzuführen, und den Boden dafür zu bereiten, half die Fußballkultur.
Modische Kleidung kann mit einer Uniform verglichen werden: Sie erlaubt es, sich von Fremden abzugrenzen. Auf dem Foto: Ein Teil des Outfits ist ein Schal - ein rot-blauer Fußballschal in kreativer Verarbeitung von Gosha Rubtschinskij
Demokratismus. Mit dem Aufkommen von Kleidung, die sowohl weit verbreitet als auch attraktiv geworden ist, wurde Mode von einem Privileg zu einem öffentlichen Gut.
Dieser Umbruch in der Auffassung - ein Interesse an Verbreitung und Bezahlbarkeit - wurde unter anderem dank des Fußballs möglich. In Europa wurde das Spiel durch formelle Regeln in Privatschulen geboren und war zunächst ein Spitzensport, aber bereits in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts gab es Vereine. Die Popularität des Fußballs in allen Schichten der Gesellschaft hat zur Entstehung von erschwinglicher Spezialkleidung geführt.
Jetzt, im 21. Jahrhundert, bilden sich Verbrauchergruppen nicht nach Einkommen oder Bildung, sondern nach gemeinsamen Interessen.
Die Farben des Clubs wurden zu einer Kleiderordnung für ihre Fans. Londons Arsenal war nicht immer rot und weiß. So sah die Uniform der Kanoniere im Jahre 1894 aus
Die Masse. Unsere Garderobe nahm unter dem Einfluss revolutionärer Ereignisse, die in den 1920er Jahren stattfanden, moderne Züge an. Der wichtigste von ihnen war der Einfluss des Massensports: Es gab eine „leichte" Art sich zu kleiden, frische Silhouetten und Materialien. Neue Dinge betonten die Harmonie oder versuchten, sie zu imitieren. Von den Spielplätzen und von den Clubs kam die Sportkleidung auf die Straße und verschwand von dort nicht wieder. Millionen von Menschen verfolgten den Sport in Zeitungen, Radiosendungen und Stadien. Dieselben Millionen benutzten den Sport als Stilmittel. Einer der wichtigsten war die Verwendung eines Jersey-Gewebes in einer Fußballuniform, und auf Anregung von Coco Chanel wurde es ein beachtlicher Teil der Designer Mode der 20er Jahre.
Die Popularität des Fußballs in allen Schichten der Gesellschaft hat zur Entstehung von erschwinglicher Spezialkleidung geführt. Auf dem Foto: Charles, Fürst von Wales, jagt mit Klassenkameraden den Ball, März 1957
Die Popularität des Fußballs in allen Schichten der Gesellschaft hat zur Entstehung von erschwinglicher Spezialkleidung geführt. Auf dem Foto: Charles, Fürst von Wales, jagt mit Klassenkameraden den Ball, März 1957
Der Triumph der Funktion. Der Fußballdress ist praktisch. Er hängt nicht von den Anforderungen der Mode ab, wie die Kleidung von Seglern, ist der snobistischen Steifheit fremd, die für Golfspieler charakteristisch ist, er ist dem der Basketballspieler in der direkten Verbindung mit Subkulturen und dem der Schwimmer in der Hochtechnologie unterlegen. Aber was die Funktionalität anbelangt, sie stand bei Fußballspielern immer im Vordergrund. In den frühen 40er Jahren kam eine der ersten „zivilen" Anwendungen von Nylon in Fußballtrikots vor. Mehrere Unternehmen, die sich auf Fußballschuhe spezialisierten, geben jetzt den Ton an für die Turnschuh-Mode. Bequemlichkeit scheint ein allgemeiner Begriff zu sein, um den Einfluss von Fußballbekleidung auf die Modewelt zu beschreiben, niemand denkt heute daran, etwas unbequemes wünschenswert zu nennen. Seit Hunderten von Jahren waren die Modeschöpfer jedoch der Meinung, dass Unbequemes aus Gründen der Schönheit toleriert werden sollte. Um diese Einstellung zu ändern, mussten Millionen von Fans ihre Idole in einer Kleidung beobachten, deren Hauptvorteil die Funktionalität war. In dieser Hinsicht kann kein Sport den Fußball erreichen.
Der Triumph der Funktion. Der Fußballdress ist praktisch. Er hängt nicht von den Anforderungen der Mode ab, wie die Kleidung von Seglern, ist der snobistischen Steifheit fremd, die für Golfspieler charakteristisch ist, er ist dem der Basketballspieler in der direkten Verbindung mit Subkulturen und dem der Schwimmer in der Hochtechnologie unterlegen. Aber was die Funktionalität anbelangt, sie stand bei Fußballspielern immer im Vordergrund. In den frühen 40er Jahren kam eine der ersten „zivilen" Anwendungen von Nylon in Fußballtrikots vor. Mehrere Unternehmen, die sich auf Fußballschuhe spezialisierten, geben jetzt den Ton an für die Turnschuh-Mode. Bequemlichkeit scheint ein allgemeiner Begriff zu sein, um den Einfluss von Fußballbekleidung auf die Modewelt zu beschreiben, niemand denkt heute daran, etwas unbequemes wünschenswert zu nennen. Seit Hunderten von Jahren waren die Modeschöpfer jedoch der Meinung, dass Unbequemes aus Gründen der Schönheit toleriert werden sollte. Um diese Einstellung zu ändern, mussten Millionen von Fans ihre Idole in einer Kleidung beobachten, deren Hauptvorteil die Funktionalität war. In dieser Hinsicht kann kein Sport den Fußball erreichen.
Wie sie aus der russischen Bezeichnung für T-Shirt „Futbolka" (Fussball-Shirt) sehen können, stammt dieses Kleidungsstück aus der ersten formal installierten Uniform des Sports. In den 1870er Jahren entstanden dafür die Anforderungen sowie die Produktionsfirmen. Auf dem Foto: die ersten Inhaber des Schottland-Pokals Queen's Park, 21. März 1874 (links); Fußballmannschaft des Bezirks Otradnenskij, Gebiet Krasnodar, 1929 (rechts)
Die Uniform. Modische Kleidung kann mit einer Uniform verglichen werden: Sie erlaubt es, sich von Fremden zu unterscheiden. Sie beschreibt auch in einer zugänglichen Sprache, was als prestigeträchtig angesehen wird. Inzwischen täuscht ein T-Shirt die Uniform eines Generals vor. Wie aus seinem russischen Namen hervorgeht, stammt dieses Objekt von der ersten formell installierten Sportuniform. Nur Cricket kann hier mithalten, aber in 50-60 Jahren des XIX. Jahrhunderts, als Regeln geboren wurden, engagierten sich dieselben Leute oft für Fußball und Cricket. Die Unterscheidung von Konkurrenten auf dem Platz ist besonders wichtig bei Team-Spielen, und daher enthielten die frühesten Regeln die Notwendigkeit, Teamfarben zu verwenden. Nach dem ersten Pokal des Fußballverbandes von 1871-72 tauchten die ersten Anforderungen an Uniformen auf, ebenso wie Unternehmen, die sie herstellen konnten.
Seit 1904 sind in englischen Fußballregeln Shorts erlaubt, seitdem wurde ihre Länge oftmals überdacht. Auf dem Foto: Peter Simpson, ein Spieler vom Londoner „Arsenal", demonstriert am 11. August 1967 den „Dress der Zukunft"
Die Geschichte der Kleidung aller Subkulturen besteht aus Anleihen. Jeans, Ledermäntel, „Doc Martens", Pilotenjacken erlangten einen Kultstatus, nicht weil sie speziell für verschiedene Jugendströme konzipiert waren - sie eigneten sich einfach nur Kleidung an, von denen keine bisher in Mode gekommen war. Dinge aus Armeebeständen oder Läden für Arbeitskleidung betonten ihr alternatives Aussehen und den Sinn für Stil. Dasselbe geschah mit dem Sportanzug, nur der Kultstatus musste 30 Jahre warten, bis es der sich verändernde Lebensstil erlaubte, ihn überall einzusetzen.

Shorts. Die letzten 150 Jahre strebte Mode nach Demokratie und Bequemlichkeit. Eines ihrer Hauptmerkmale war eine zugängliche Menge unbedeckter Körper, und das allererste Teil der Männergarderobe, das eine solche Freiheit außerhalb des Strandes bot, waren kurze Hosen. Nach den Regeln des englischen Fußballs waren sie seit 1904 erlaubt, bis zu diesem Zeitpunkt benutzten die Spieler Breeches oder unterhalb der Knie abgeschnittene Hosen.
Nackte Knie waren zu dieser Zeit ein eher skandalöses Schauspiel, zum Vergleich: Im Tennis erhielten Athleten diese Chance erst Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Nachdem die Bermudas Ende der 20er Jahre nach dem Ersten Weltkrieg aufgetaucht waren, wurden sie zu normalen Kleidungsstücken, weil die Öffentlichkeit damals schon an den Anblick unbedeckter Extremitäten von Fußballspielern gewöhnt war.
Seit 1904 sind in englischen Fußballregeln Shorts erlaubt, seitdem wurde ihre Länge oftmals überdacht. Auf dem Foto: Peter Simpson, ein Spieler vom Londoner „Arsenal", demonstriert am 11. August 1967 den „Dress der Zukunft"
Die Geschichte der Kleidung aller Subkulturen besteht aus Anleihen. Jeans, Ledermäntel, „Doc Martens", Pilotenjacken erlangten einen Kultstatus, nicht weil sie speziell für verschiedene Jugendströme konzipiert waren - sie eigneten sich einfach nur Kleidung an, von denen keine bisher in Mode gekommen war. Dinge aus Armeebeständen oder Läden für Arbeitskleidung betonten ihr alternatives Aussehen und den Sinn für Stil. Dasselbe geschah mit dem Sportanzug, nur der Kultstatus musste 30 Jahre warten, bis es der sich verändernde Lebensstil erlaubte, ihn überall einzusetzen.

Shorts. Die letzten 150 Jahre strebte Mode nach Demokratie und Bequemlichkeit. Eines ihrer Hauptmerkmale war eine zugängliche Menge unbedeckter Körper, und das allererste Teil der Männergarderobe, das eine solche Freiheit außerhalb des Strandes bot, waren kurze Hosen. Nach den Regeln des englischen Fußballs waren sie seit 1904 erlaubt, bis zu diesem Zeitpunkt benutzten die Spieler Breeches oder unterhalb der Knie abgeschnittene Hosen.
Nackte Knie waren zu dieser Zeit ein eher skandalöses Schauspiel, zum Vergleich: Im Tennis erhielten Athleten diese Chance erst Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Nachdem die Bermudas Ende der 20er Jahre nach dem Ersten Weltkrieg aufgetaucht waren, wurden sie zu normalen Kleidungsstücken, weil die Öffentlichkeit damals schon an den Anblick unbedeckter Extremitäten von Fußballspielern gewöhnt war.
Variation zum Thema Fußballschuhe von Jean-Paul Gaultier, 1993
Turnschuhe. Die Turnschuhe limitierter Serien wurden zum gleichen Statussymbol wie teure Uhren. Oder Designer-Jeans in den 90ern. Oder Top-Modelle von Taschen in den Nullerjahren. Mit einem Wort, man jagt nach ihnen, steht in Warteschlangen, nach ihnen bestimmt man den Grad des Fortschritts in der Mode, gebraucht bringen sie das Vierfache des Preises und die Kosten der seltenen Sammlermodelle können leicht 10.000 Dollar überschreiten. Führende Hersteller arbeiten seit langem mit den besten Designern der Welt zusammen. Die Liste der Kooperationen ist sehr beeindruckend: Die ersten „Turnschuhe mit Autogramm" wurden 1998 von Hussein Chalayan signiert und die 2002-2003 begonnene Zusammenarbeit mit Yamamoto und Stella McCartney führte zu getrennten Modelinien auch bei der Kleidung.

Diese Geschichte begann 1925 auf den Fußballfeldern, als die Brüder Dassler Fußballschuhe entwickelten. Das Familienunternehmen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in zwei Teile geteilt, und beide Unternehmen produzierten weiterhin Fußballschuhe und beeinflussten die gesamte Branche - von vulkanisierten Sohlen bis hin zu persönlichen Modellen für berühmte Athleten.
Die ersten Sneakers in der Geschichte trugen englische Fußballfans der späten 70er Jahre. Der Unterschied in Modellen, Farben und Modifikationen spielte für sie die gleiche wichtige Rolle wie die Attribute der Teams. Sie gingen überall ausschließlich in Turnschuhen, lange bevor sie formelle Plätze (und Schulen) darin betreten durften, und andere Subkulturen machten es zu einem unverzichtbaren Teil des Bildes. Es war ihr Verdienst, dass die Sportschuhe aus den Umkleideräumen kamen und Teil des modischen Bildes wurden.
Sneakers von Designer Yohji Yamamoto speziell für adidas, Februar 2017
Turnschuhe mit Teddybär von Designer Jeremy Scott speziell für adidas, Januar 2017
Кроссовки от дизайнера Рика Оуэнса специально для adidas, июнь 2015 года
Кроссовки от дизайнера Джереми Скотта специально для adidas, июль 2014 года
Кроссовки от дизайнера Рика Оуэнса специально для adidas, февраль 2014 года
Sammlung Rocky Wings 2.0 vom Designer Jeremy Scott und Rapper A$AP speziell für adidas, September 2013
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Alle Designer-Logos, Inschriften und Symbole, die heute so oft die Kleidung verzieren, stammen aus den Wappen der Vereine und den Namen der Athleten auf ihren Uniformen. Brandomania, Punk-T-Shirts und die neuesten Bootlegs kamen aus der gleichen Quelle - aus dem Stadion. Die Idee, das Logo als Dekoration zu verwenden, kam Jean Pat Anfang der 20er Jahre, als Sport zu einem prestigeträchtigen Lebensstil wurde und zum ersten Mal in der Geschichte Boutiquen für Designer-Sportbekleidung eröffneten. Ende der 60er Jahre hatte die Mode eine komplette Revolution vollzogen: Jeffrey Beane verzierte Couture-Kleider mit Fußballnummern und machte Sportattribute zur Haute Couture-Sprache. In den letzten fünf Jahren tauchen Kleider in der Ästhetik eines Sporttrikots fast so oft in Kollektionen auf, wie der Sportdress selbst - vom berühmten Duo Domenico Dolce und Stefano Gabbana bis hin zu neuen Stars wie der Italienerin Stella Jin.
"Eintracht Braunschweig" aus der Bundesliga änderte 1973 nach dem offiziellen Verbot, den Namen eines Likörs auf das T-Shirt zu schreiben sein Vereinsemblem auf das Reh des Sponsors (Bild links). Modedesigner spielen jetzt mit eigenen und fremden Logos, verwenden sie für ironische Aussagen oder als Bezugnahmen auf Kultphänomene
"Eintracht Braunschweig" aus der Bundesliga änderte 1973 nach dem offiziellen Verbot, den Namen eines Likörs auf das T-Shirt zu schreiben sein Vereinsemblem auf das Reh des Sponsors (Bild links). Modedesigner spielen jetzt mit eigenen und fremden Logos, verwenden sie für ironische Aussagen oder als Bezugnahmen auf Kultphänomene
Logo. Jetzt sehen Millionen von Abonnenten ab und zu den Aufruf, mit Flugzeugen arabischer Linien in der Gestalt von Sternen zu fliegen. Es geht nicht um die Nutzung einer bestimmten Fluggesellschaft, sondern um die spezielle Kultur von Fußballtrikots, die ohne Sponsorenlogo auf der Brust nicht mehr vorstellbar sind. In der aktuellen Mode wird Werbung auf der Kleidung zunehmend einfach so wahrgenommen - ein notwendiger und wünschenswerter Teil des Designs und keine kommerzielle Ankündigung. Auf den Laufstegen spielen Modedesigner mit dem eigenen und mit fremden Logos, verwenden sie für ironische Aussagen oder als Bezugnahme auf Kultphänomene. Diese Haltung entstand durch die übliche Werbung auf dem Sportdress, die 1950 erstmals auf den Shirts des uruguayischen Clubs Penarol zu sehen war. In den frühen 70er Jahren kamen solche Vereinbarungen in den europäischen Fußball: „Eintracht Braunschweig" aus der Bundesliga änderte 1973 nach dem offiziellen Verbot, auf die T-Shirts den Namen des Likörs zu schreiben, ihr Emblem zu dem Reh des Sponsors. Seitdem gibt es nichts, was es auf der Brust der Spieler nicht gibt, - von Wodka bis hin zu Süßigkeiten. Moderner Fußball und Mode sind ohne die Logos, die heute als Ornament gelten, nicht mehr vorstellbar.
Logo. Jetzt sehen Millionen von Abonnenten ab und zu den Aufruf, mit Flugzeugen arabischer Linien in der Gestalt von Sternen zu fliegen. Es geht nicht um die Nutzung einer bestimmten Fluggesellschaft, sondern um die spezielle Kultur von Fußballtrikots, die ohne Sponsorenlogo auf der Brust nicht mehr vorstellbar sind. In der aktuellen Mode wird Werbung auf der Kleidung zunehmend einfach so wahrgenommen - ein notwendiger und wünschenswerter Teil des Designs und keine kommerzielle Ankündigung. Auf den Laufstegen spielen Modedesigner mit dem eigenen und mit fremden Logos, verwenden sie für ironische Aussagen oder als Bezugnahme auf Kultphänomene. Diese Haltung entstand durch die übliche Werbung auf dem Sportdress, die 1950 erstmals auf den Shirts des uruguayischen Clubs Penarol zu sehen war. In den frühen 70er Jahren kamen solche Vereinbarungen in den europäischen Fußball: „Eintracht Braunschweig" aus der Bundesliga änderte 1973 nach dem offiziellen Verbot, auf die T-Shirts den Namen des Likörs zu schreiben, ihr Emblem zu dem Reh des Sponsors. Seitdem gibt es nichts, was es auf der Brust der Spieler nicht gibt, - von Wodka bis hin zu Süßigkeiten. Moderner Fußball und Mode sind ohne die Logos, die heute als Ornament gelten, nicht mehr vorstellbar.
Der Medienboom um Prominente und die hervorragende körperliche Verfassung der Athleten ließen nicht lange auf die großen Werbeverträge warten. Auf dem Foto: der Stürmer von „AC Milan" Andrej Schewtschenko und der Designer Giorgio Armani
Werbung. Ende der 90er Jahre erschienen wirklich große Summen im Fußball und bei Fußballspielern. Die Spieler wurden Medienstars im Stil Hollywoods des Goldenen Zeitalters: Zwischen ihrem Lebensstil und dem ihrer Fans gab es eine unüberwindbare Barriere, und ihr Image konnte nur für sehr viel Geld kopiert werden. Gleichzeitig entwickelte sich die Star-Industrie, die professionell mit dem Image von Sportlern und deren kommerzieller Weiterentwicklung umging. Die Spieler brauchten sich nicht mehr selbständig zu kleiden, stilistische Eigenheiten blieben nur im Arsenal ihrer Begleiter, und sie selbst agierten als Vorbild für Eleganz: Alle in ordentlichen Dreiteilern und mit modischen Haarschnitten wie Investmentbanker. Wenn man den Medienboom um Prominente und die hervorragende körperliche Verfassung der Athleten berücksichtigt, mussten die Modeverträge nicht lange auf sich warten lassen.

Es ist nicht überraschend, dass die ersten bemerkenswerten Anzeigen Unterwäschewerbung waren: Unter den Athleten beteiligten sich zu Beginn des Jahrhunderts der Schwede Fredrik Ljungberg und der Japaner Hidetoshi Nakata an solchen Kampagnen. Zur gleichen Zeit erschien David Beckham auf den Titelseiten aller Männerzeitschriften. Später entging auch er den kommerziellen Auftritten in Unterhosen nicht. In den ersten zehn Jahren dieses Jahrhunderts machte es den Eindruck, dass Sportler nur Mode für den Körper, aber nicht für die Persönlichkeit präsentieren könnten. Es genügt, sich die Fashion-Shootings von Lionel Messi anzuschauen, um das zu erkennen. Nach der Krise war Sexualität jedoch kein zuverlässiges Mittel mehr, um modische Waren zu verkaufen. Es war notwendig, etwas Ernsteres zu finden.
Der Medienboom um Prominente und die hervorragende körperliche Verfassung der Athleten ließen nicht lange auf die großen Werbeverträge warten. Auf dem Foto: der Stürmer von „AC Milan" Andrej Schewtschenko und der Designer Giorgio Armani
Werbung. Ende der 90er Jahre erschienen wirklich große Summen im Fußball und bei Fußballspielern. Die Spieler wurden Medienstars im Stil Hollywoods des Goldenen Zeitalters: Zwischen ihrem Lebensstil und dem ihrer Fans gab es eine unüberwindbare Barriere, und ihr Image konnte nur für sehr viel Geld kopiert werden. Gleichzeitig entwickelte sich die Star-Industrie, die professionell mit dem Image von Sportlern und deren kommerzieller Weiterentwicklung umging. Die Spieler brauchten sich nicht mehr selbständig zu kleiden, stilistische Eigenheiten blieben nur im Arsenal ihrer Begleiter, und sie selbst agierten als Vorbild für Eleganz: Alle in ordentlichen Dreiteilern und mit modischen Haarschnitten wie Investmentbanker. Wenn man den Medienboom um Prominente und die hervorragende körperliche Verfassung der Athleten berücksichtigt, mussten die Modeverträge nicht lange auf sich warten lassen.

Es ist nicht überraschend, dass die ersten bemerkenswerten Anzeigen Unterwäschewerbung waren: Unter den Athleten beteiligten sich zu Beginn des Jahrhunderts der Schwede Fredrik Ljungberg und der Japaner Hidetoshi Nakata an solchen Kampagnen. Zur gleichen Zeit erschien David Beckham auf den Titelseiten aller Männerzeitschriften. Später entging auch er den kommerziellen Auftritten in Unterhosen nicht. In den ersten zehn Jahren dieses Jahrhunderts machte es den Eindruck, dass Sportler nur Mode für den Körper, aber nicht für die Persönlichkeit präsentieren könnten. Es genügt, sich die Fashion-Shootings von Lionel Messi anzuschauen, um das zu erkennen. Nach der Krise war Sexualität jedoch kein zuverlässiges Mittel mehr, um modische Waren zu verkaufen. Es war notwendig, etwas Ernsteres zu finden.

Ein brillanter Vertreter der Fußballspieler war George Best, der erstmals an Magazinshootings teilnahm, seine eigene Boutique eröffnete und seine Haare wachsen ließ. Foto von 1976
Als nennenswerte Ausnahme kann ein sehr seriöser Vertrag angesehen werden, den Giorgio Armani 2006 mit Andrej Schewtschenko für die Top-Linie seiner Marke abgeschlossen hat. Als wirklich entscheidender Moment in der Beziehung zwischen Fußball und modischer Werbung kann die Kampagne gewertet werden, die 2010 in der Reihe "Core Values" von Annie Leibovitz gedreht wurde: Zidane, Maradona und Pele zeigen zu jener Zeit die renommiertesten Accessoires und spielen mit großem Enthusiasmus Tischfußball. Sie zeigen, dass das Spiel an erster Stelle steht. Von diesem Moment an begann die Mode die Persönlichkeit der Spieler (und ihre Popularität, die wirklich da ist), viel aktiver zu nutzen. Derselbe Beckham betreut jetzt exklusiv die Modelinie einer britischen Traditionsmarke aus der Savile Row. Ronaldo wechselte mit seiner eigenen Marke von Unterwäsche zu Schuhen und Hemden. Fußball in Kooperation mit der Mode geht weit über Athletik und Attraktivität hinaus. Obwohl sie sich hervorragend zum traditionellen Pushen von Uhren, Parfüms und Sportschuhen eignen.
Ein brillanter Vertreter der Fußballspieler war George Best, der erstmals an Magazinshootings teilnahm, seine eigene Boutique eröffnete und seine Haare wachsen ließ. Foto von 1976
Als nennenswerte Ausnahme kann ein sehr seriöser Vertrag angesehen werden, den Giorgio Armani 2006 mit Andrej Schewtschenko für die Top-Linie seiner Marke abgeschlossen hat. Als wirklich entscheidender Moment in der Beziehung zwischen Fußball und modischer Werbung kann die Kampagne gewertet werden, die 2010 in der Reihe "Core Values" von Annie Leibovitz gedreht wurde: Zidane, Maradona und Pele zeigen zu jener Zeit die renommiertesten Accessoires und spielen mit großem Enthusiasmus Tischfußball. Sie zeigen, dass das Spiel an erster Stelle steht. Von diesem Moment an begann die Mode die Persönlichkeit der Spieler (und ihre Popularität, die wirklich da ist), viel aktiver zu nutzen. Derselbe Beckham betreut jetzt exklusiv die Modelinie einer britischen Traditionsmarke aus der Savile Row. Ronaldo wechselte mit seiner eigenen Marke von Unterwäsche zu Schuhen und Hemden. Fußball in Kooperation mit der Mode geht weit über Athletik und Attraktivität hinaus. Obwohl sie sich hervorragend zum traditionellen Pushen von Uhren, Parfüms und Sportschuhen eignen.
Das System der Stars. Bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Fußball professionell. Zur gleichen Zeit verdienten sich die Spieler ihren Lebensunterhalt sowohl mit dem Spiel als auch mit Werbeartikeln. Im Gegensatz zu Tennisspielern war es selten Kleidung: Fußballer der Alten Schule waren noch nicht mit Mode verbunden.
Die Situation änderte sich in den 60er Jahren, als im Heimatland des Fußballs, in England, die Regel über das maximale Gehalt von Spielern annulliert wurde. Sobald die Athleten neben Ruhm ernsthaft Geld verdienten, dachten sie über Stil und Status nach. Bis zum Ende des Jahrzehnts waren alle Zeichen des Systems von Stars sichtbar. Zum Beispiel bei den Spielern von "Chelsea". Die Fußballer konnten sich in einem Restaurant in der Nähe der damaligen Modedesignerin Mary Kuant auf das Spiel in der King's Road vorbereiten. Und nach dem Spiel erschien eine Menge Prominenter von Steve McQueen und Raquel Welch bis zu Elton John und Tom Jones in der Umkleidekabine.

Sobald Fußballspieler neben Ruhm ernstes Geld verdienen, sind sie in das "System der Stars" eingebettet. Jedoch auch ihren Kollegen aus anderen Berufen war der Fußball nicht fremd. Der Sänger und Komponist Elton John schaffte es sogar, Vizepräsident des Clubs "Watford" zu werden. November 1973
Verkleidete sich der Prominente als Spieler, das war ein notwendiger Teil des Images und bei den Auswärtsspielen - ein Weg, um die Rivalen zu beeinflussen. Der leuchtendste Vertreter der damaligen Fußballspieler-Mods war George Best. Er war der Erste, der an Magazinen beteiligt war, der erste, der seine eigene Boutique eröffnete und seine Haare wachsen ließ. Seinem Beispiel wurde von anderen Spielern und Managern gefolgt, und in den achtziger Jahren waren alle bereits verkleidet. Zum größten Teil - schrecklich. Damals sind Sportanzüge aus glänzenden Synthetikstoffen, lächerliche Frisuren, grelle Farben und übermäßige Dekorationen mit den Fußballspielern jener Jahre verbunden. Denken Sie zumindest an Gascoigne. Es war jedoch dieses Bild, das den Massencharakter der Mode der frühen 80er Jahre prägte. Jetzt wird dieser Stil, erkennbar und eingängig, von Designern gerne als ironischer Retrostil verwendet.
Fans der englischen Clubs Manchester United und Liverpool haben in den 80er Jahren das Schicksal der Sportmode bestimmt. Auf dem Foto: Fans von Manchester United, 1977
Fans der englischen Clubs Manchester United und Liverpool haben in den 80er Jahren das Schicksal der Sportmode bestimmt. Auf dem Foto: Fans von Manchester United, 1977 Фанаты английских клубов «Манчестер юнайтед» и «Ливерпуль» во многом определили судьбу спортивной моды в 80-е годы. На фото: фанаты «Манчестер юнайтед, 1977 год
Die Fans. Der ursprüngliche Zweck des Sportanzugs ist jetzt fast vergessen. Für Zeitgenossen ist es nur Kleidung, die man nicht überall tragen kann, egal wie schade es ist. Fast ist vergessen, dass es ihr Ziel war, die Muskeln des Athleten vor dem Auftritt warm zu halten. Aber ohne viel Überraschung sprechen sie von "Designer"-Anzügen, ihre Kombination mit Haarnadeln und über gewichtige Preisschilder. Diese Einstellung zur Sportkleidung entstand Ende der 80er Jahre, hauptsächlich beeinflusst von Fans der großen englischen Clubs Manchester United und Liverpool. Die Fans begleiteten die Teams zu den Pokalspielen in Europa und brachten von dort die schönen Dinge europäischer Sportartikelhersteller mit, die dank der Tennisspieler Bjorn Borg und John McEnroe berühmt geworden waren. Fans anderer Teams konnten sich noch immer über ihren Auftritt lustig machen ("Braucht Ihr Trainingsanzüge, um nach dem Spiel leichter davon laufen zu können?"). Solche Klamotten waren außerhalb des Sportes ungewöhnlich. Ein einzigartiger Fall, wo die Fans nicht wie ihre Idole sein wollten.
Die Fans. Der ursprüngliche Zweck des Sportanzugs ist jetzt fast vergessen. Für Zeitgenossen ist es nur Kleidung, die man nicht überall tragen kann, egal wie schade es ist. Fast ist vergessen, dass es ihr Ziel war, die Muskeln des Athleten vor dem Auftritt warm zu halten. Aber ohne viel Überraschung sprechen sie von "Designer"-Anzügen, ihre Kombination mit Haarnadeln und über gewichtige Preisschilder. Diese Einstellung zur Sportkleidung entstand Ende der 80er Jahre, hauptsächlich beeinflusst von Fans der großen englischen Clubs Manchester United und Liverpool. Die Fans begleiteten die Teams zu den Pokalspielen in Europa und brachten von dort die schönen Dinge europäischer Sportartikelhersteller mit, die dank der Tennisspieler Bjorn Borg und John McEnroe berühmt geworden waren. Fans anderer Teams konnten sich noch immer über ihren Auftritt lustig machen ("Braucht Ihr Trainingsanzüge, um nach dem Spiel leichter davon laufen zu können?"). Solche Klamotten waren außerhalb des Sportes ungewöhnlich. Ein einzigartiger Fall, wo die Fans nicht wie ihre Idole sein wollten.
Für die Vorstellung der Trikots von Fußballspielern wurden die Methoden der Modebranche verwendet. Auf dem Foto: ein professionelles Fotomodell am Set vor der WM in Argentinien. Mai 1978
Dies war umso überraschender für die Jungs der Arbeiterklasse, zu einer Zeit, als Männlichkeit und Interesse an Kleidung schlecht miteinander harmonierten. Anschließend komplettierten die europäischen Marken Heritage Sportswear und englische Marken für Freizeitbekleidung mit jahrhundertelanger Geschichte die Artikel der aktuellen Hersteller der Sportkleidung. Letztere mussten ihr Image für weitere 15 Jahre aufbessern, und Fußballfans der ganzen Welt betrachten sie immer noch als ihre Uniform. Die Tribünenkultur basierte auf dem Interesse an Fußball, Kämpfen und Kleidung, und ihr zweiter Name war casuals. Dieses Wort beschreibt im Allgemeinen Kleidung, die von 90% der modernen Menschen getragen wird.

Das große Spiel spricht mit der ganzen Welt in einer universalen Sprache, ähnlich der Mode, - ihre Unterhaltung ist für den größten Teil der Menschheit ohne Übersetzung verständlich. Es ist keine Überraschung, dass sie seit anderthalb Jahrhunderten im Dialog stehen.

Fashion Analyst Andrej Abolenkin, speziellfürWelcome2018
Für die Vorstellung der Trikots von Fußballspielern wurden die Methoden der Modebranche verwendet. Auf dem Foto: ein professionelles Fotomodell am Set vor der WM in Argentinien. Mai 1978
Dies war umso überraschender für die Jungs der Arbeiterklasse, zu einer Zeit, als Männlichkeit und Interesse an Kleidung schlecht miteinander harmonierten. Anschließend komplettierten die europäischen Marken Heritage Sportswear und englische Marken für Freizeitbekleidung mit jahrhundertelanger Geschichte die Artikel der aktuellen Hersteller der Sportkleidung. Letztere mussten ihr Image für weitere 15 Jahre aufbessern, und Fußballfans der ganzen Welt betrachten sie immer noch als ihre Uniform. Die Tribünenkultur basierte auf dem Interesse an Fußball, Kämpfen und Kleidung, und ihr zweiter Name war casuals. Dieses Wort beschreibt im Allgemeinen Kleidung, die von 90% der modernen Menschen getragen wird.

Das große Spiel spricht mit der ganzen Welt in einer universalen Sprache, ähnlich der Mode, - ihre Unterhaltung ist für den größten Teil der Menschheit ohne Übersetzung verständlich. Es ist keine Überraschung, dass sie seit anderthalb Jahrhunderten im Dialog stehen.

Fashion Analyst Andrej Abolenkin, speziellfürWelcome2018
Photo credits: The Firm (2009 film), Christian Vierig/Getty Images, ullstein bild/Getty Image, Фотохроника ТАСС, Popperfoto/Getty Images, www.1stdibs.com, Timur Emek/Getty Image, Christian Vierig/Getty Images, Kirstin Sinclair/Getty Images, Vanni Bassetti/Getty Images, Gilbert Carrasquillo/Getty Images for Adidas, Werner OTTO/ullstein bild/Getty Image, Venturelli/WireImage, Michael Putland/Getty Images, John Bulmer/Getty Images, Bob Thomas/Getty Images