Konstruktivismus von Jekaterinburg

Von 1928 bis 1934 haben Moskauer Architekten aktiv in Swerdlowsk gearbeitet (der frühere Name von Jekaterinburg). In der Stadt wurden Hochhäuser aus neuesten Baumaterialien gebaut. In den hellen Wohnungen waren Badezimmer, Toiletten und Einbauschränke. In großen Wohnhauskomplexen, die Gemeinschaftswohnungen genannt wurden, befanden sich Banja, Kindergarten, Kantinen, Apotheken und Geschäfte. Innerhalb von 7 Jahren wurden in Swerdlowsk ca. 140 avantgardistische Häuser aufgebaut. Viele stehen noch heute in der Stadt. Ähnliche Konstruktivismus-Denkmäler sind in zwei anderen russischen Hauptstädten zu sehen, in Moskau und in Sankt Petersburg.

Zum medizinischen Städtchen im Zentrum von Jekaterinburg gehören Institute für Physiotherapie und Berufskrankheiten, medizinisches Institut und einige andere Gebäude. Alle Gebäude hat der talentvolle Architekt Georgij Golubew entworfen, der 1936 der erste Hauptarchitekt der Stadt Swerdlowsk war.

Die Eröffnung des Instituts für Physiotherapie (ul. Moskowskaja 12), des Krankenhauses mit stationärer Behandlung (ul. Repina 14) und des Instituts für Berufskrankheiten (ul. Repina 2) fand 1930 statt. In diesem Komplex befanden sich unterschiedliche Behandlungszimmer und wissenschaftliche Laboratorien. Hier waren Krankenzimmer, Küche, Orte für Infrarot-Behandlung und anderes. Diese Gebäude sind seltene Beispiele medizinischer Institutionen des konstruktivistischen Stils. Das einmalige Gebäudeensemble macht diesen Stadtteil besonders einzigartig.

Das Gebäude medizinisches Instituts (ul. Repina 3) wurde 1930 gebaut und heißt heute die Staatliche Medizinische Universität Ural. Das vierstöckige symmetrische Gebäude sah erst wie der Buchstabe T aus. Später wurde dazu noch ein Gebäude mit Säulen und dem Portikus gebaut. Deswegen fehlt diesem Objekt Harmonie des Konstruktivismus.

Das Geburtshaus mit gynäkologischer Abteilung (ul. Repina 1) ist eines der größten Gebäude im „medizinischen Städtchen“. Es besteht aus vier Blöcken, die winkelrecht zueinander liegen. Sie haben viereckige und runde Fenster, kreisförmige Erker an der Stirnseite, Treppenhäuser mit Glaswänden und einzigartige Glasmalerei.

Der Architekt Sergej Sacharow hat in Swerdlowsk nur 5 Jahre lang gewohnt.In dieser Zeit hat er der Stadt ein Gebäudekomplex geschenkt, den viele das „Justiz Städtchen“ nennen. Zum Komplex gehören das Haus der Justiz (ul. Malyschewa 2B), Wohnhäuser (ul. Malyschewa 2 Sch) und ein Kindergarten (ul. Malyschewa 2 Je).

Der Komplex wurde 1932 errichtet. Das sechsstöckige zentrale Gebäude, das an der Kreuzung Malyschewa und Repina Straße steht, zeichnet sich durch einen großen Halbzylinder über dem Eingang und Fensterbänder aus. Hier befindet sich das Bezirksgericht.

Das schöne Wohnhaus ist wegen seiner Eckbalkonen, hellen Treppenhäuser mit Fensterwänden und seiner asketischen Säulen leicht zu merken.

Ein bisschen weiter steht das dritte und besonders interessante Gebäude: das Haus sieht wie eine Schnecke aus. Früher befand sich hier ein Kindergarten für Kinder der Justizmitarbeiter, heute sind hier aber verschiedene Büros.

Donat Sorokin/TASS

Der Bau des Wohnkomplexes begann 1930 und dauerte 3 Jahre lang. Den Entwurf hat der Architekt Alexander Pasternak unter der Leitung vom führenden konstruktivistischen Theoretiker Moissei Ginsburg erstellt. Die Idee war, ein neuartiges Gebäude zu bauen. Es sollte wirtschaftlich, modern und maximal bequem sein.

Der Komplex besteht aus 5 Häusern: ein achtstöckiges Haus, die anderen sind sechsstöckig. Alle Gebäude haben streng geometrische Form, Fensterbänder und halbzylindrische Erker.

Das interessanteste Gebäude ist der Haus Nr. 1 in der Malyschewa Straße. Alle Wohnungen liegen auf den unterschiedlichen Ebenen. Früher befand sich in diesem Haus eine Terrasse und eine Kantine. Es hatte auch einen Durchgang zum Haus Nr. 2 mit einem Kindergarten. 1941 wohnten im ersten Haus Menschen, die wegen des Kriegs evakuiert wurden, und das Haus wurde in Gemeinschaftswohnungen umgebaut.

Heutzutage sind in dem Haus Nr. 1 mehrere Büros. Im Erdgeschoss arbeitet das Kino „Wolchonka“. Wie früher befinden sich in den anderen Häusern die Wohnungen.

Das erste Haus mit Gemeinschaftswohnungen wurde in Swerdlowsk 1928 nach einem Entwurf vom Architekten Wladimir Dubrowin gebaut. Im Erdgeschoss befanden sich Laden- und öffentliche Flächen, höher waren Gemeinschaftswohnungen und in den letzten zwei Stöcken waren ganz normale Wohnungen. Im Haus waren Geschäfte, ein Kindergarten und eine Post geöffnet. Dobrowin hat auch eine Sporthalle entworfen, aber sie wurde nicht gebaut.

Die asketische Fassade mit einigen Balkonen, großen Fenstern und Treppenhaus mit Glaswänden sieht sehr schön aus. Heutzutage steht dieses Haus in der Fußgängerzone in der Wajner Straße und gehört zu den Welterbestätten.

Das Wohnhaus, das im Stadtplan wie Sichel aussieht, haben von 1928 bis 1932 entkulakisierte Bauer gebaut. Den Entwurf haben Iwan Antonow und Weniamin Sikilow erstellt.

Der Komplex besteht aus zwei Häusern. In dem vierstöckigen Haus befinden sich zwei Wohnungen auf jedem Stock. Jede Wohnung verfügt über 3 bis 6 geräumige Zimmer. Solche Wohnungen wurden für die Menschen gedacht, die obere Parteichargen bekleideten.

Das zweite Gebäude hat elf Stöcke. Dies ist das erste Wohnhochhaus in Ural und das erste Haus mit dem Fahrstuhl. Dieses Haus wurde mithilfe des neuartigen Schachtaufzugs gebaut. Das Haus ist mit Erkern, reliefartigem Mauerwerk dekoriert. Früher waren hier noch schöne Balkonen, die 1950 abgeriessen wurden.

Im Gebäudekomplex arbeiteten ein Kindergarten, eine Bibliothek, ein Kesselraum und eine Kantine. Im Keller befand sich ein Schießstand für Mitarbeiter des NKWD. Der Springbrunnen in dem gemütlichen Innenhof ist erhalten geblieben.

In das Gebäude kann man nur mit den Bewohnern des Hauses gelangen, weil der Hof von allen Seiten eingezäunt ist. Die einheimische Roofer bieten bei den Führungen oft an, das Dach des Hochhauses zu besichtigen, weil man von hier einen wunderschönen Blick aufs Zentrum der Stadt hat.


Donat Sorokin/TASS

Die Uniongesellschaft der Alten Bolschewiki wurde 1922 gegründet. Jeder, der bereits 18 Jahre beruflich tätig war, konnte dieser Gesellschaft beitreten. Für solche Beamte wurde in Swerdlowsk 1933 ein Wohnkomplex gebaut.

Iwan Antonow und Lew Weiss haben eine Kantine, einen Kindergarten , ein Klubhaus und ein Ambulatorium entworfen. Sie wurden jedoch nicht errichtet. Auf diesem Territorium wurden aber eine Apotheke mehrere Geschäfte und ein Friseursalon geöffnet.

Das Gebäude hat eine sehr ungewöhnliche Form: eingefallene Fassade, Erker, unterschiedliche Geschosszahl, Treppen, einfache Eckbalkonen. Heutzutage befinden sich im Erdgeschoss Büros, auf den anderen Stöcken sind Wohnungen.

Jewgenij Kurskow/TASS

Anfang der 1930er Jahren wurde in Swerdlowsk der Sportverein „Dinamo“ gegründet. Als sich die Notwendigkeit ergab, einen Stützpunkt zu organisieren, hat die Stadtverwaltung den Platz am Stadtteich angeboten, wo sich kleine Häuser mit Gärten befanden.

Der Architekt hat 1931 einen Entwurf des Sporthauses und Schwimmstadions erstellt. 1934 wurde das Gebäude fertiggestellt.

Vom Teich sieht das Haus wie ein richtiger Schiff aus. Die Mitte der Fassade ist dem Kiel ähnlich, Seitenbalkonen sehen wie Rettungsboote aus, runde Fenster sind wie Schiffsfenster. Die Funktion der Schiffsbrücke erfüllt die Aussichtsplattform.

Der Komplex „Dinamo“ hat alles nötige: Eine bequeme Garderobe und Umkleideräume, eine Kantine und Arzträume, Sporthalle und Hotelzimmer, einen großen Schießstand, Duschräume und einen Schwimmbad.

Heutzutage befinden sich in einem Teil des Gebäudes Büros und in dem anderen werden Sportkurse angeboten. Schwimmen, Tänze, Kampfsport und Schießen. Im Winter kann man Schlittschuh laufen und im Sommer beobachten, wie die Schüler Kajak fahren.

Jewgenij Kurskow/TASS

Mitte 1920er Jahren erfolgte eine Ausschreibung für den Bau des Gebäudes für die Verwaltungsbehörde - Gebietsexekutivkomitee (Oblispolkom). Anfang der 1930er Jahren begann der Bau auf dem Platz Truda nach einem Entwurf von Sergej Sacharow.

Der Verwaltungs- und Wohnhauskomplex war sehr bequem für seine Bewohner. Aus dem Arbeitsgebäude konnten Beamte durch warme Durchgänge in dem 1., 3., und 5. Stock ins Wohngebäude in der Gorkij Straße gelangen. In diesem Gebäude arbeiteten und wohnten Menschen, die die ganze Oblast Swerdlowsk regierten. Zu ihnen gehört auch der erste Präsident Russlands Boris Jelzin.

Das Gebäude hat eine strenge geometrische Form, Treppenhäuser mir Glaswänden, waagerechte Fensterbänder und asketische Balkonen. Links von der Puschkina Straße sind Bogenfenster zu sehen, die vom alten Gebäude erhalten geblieben sind. Dem alten Gebäude wurden zwei Stöcke später hinzugefügt.

In den 1930er Jahren war Oblispolkom das größte Verwaltungsgebäude im konstruktivischen Stil. Die Verwaltungsbehörde befand sich hier bis 1982, danach ist sie in das neue „Weiße Haus“ am Teich umgezogen. Heutzutage sind in dem Baudenkmal regionale Behörden und Büros.

Donat Sorokin/TASS

Das Haus der Kommunikation wurde 1934 an dem Ort gebaut, wo früher zwei kaufmännische Stadtvillen standen. Den Entwurf hat der Moskauer Architekt Konstantin Solomonow erstellt.

Der Komplex beinhaltet eine Telephonzentrale, eine Post und ein Telegrafenamt. Er hatte alles nötige für Mitarbeiter: eine Kantine, Werkstätte, eine Aula, Rundfunkaufnahmeräume und sogar eine Krippe und einen Kindergarten. Kinder konnten auf dem Dach mit hohen Ränder spazieren, spielen, Sport machen und sich sonnen.

Dank dem automatischen Telefonvermittlungssystem für 10 000 Nummern hatten 1934 die größten Einrichtungen in Swerdlowsk und Häuser im Zentrum der Stadt eine Telefonverbindung. Neben anderen Baudenkmälern der Avantgarde hat dieses Gebäude eine strenge Form und Fensterbänder und asketische Elemente.

Heutzutage befindet sich in diesem Gebäude das Zentralpostamt. Daneben liegt ein Nullpunkt, der Vermessungspunk bis zu anderen Städten. Für Besucher sind die ersten zwei Stöcke geöffnet. Sie können hier eine Postkarte oder ein Paket absenden.

Nach dem Entwurf vom Architekten Wladimir Sigow begann 1929 der Bau des Druckhauses. Dies ist ein moderner Verwaltungs- und Produktionskomplex, in dem man unterschiedliche Druckwerke drucken kann. Die Bauarbeiten dauerten ein Jahr. Zur Eröffnung 1930 war im Haus die beste Technik jener Zeit.

In den unteren Stöcken befanden sich viele Lager, eine Druckerei und eine lithographische Werkstatt. Oben waren Zeitung- und Zeitschriftenverlage. Einige von ihnen, wie z.B. „Uralskij Rabotschij“ waren hier 70 Jahre lang.

Das vierstöckige Gebäude hat eine asketische Fassade. Die einzige Dekoration sind 150 m lange Fensterbänder und ein halbrundes Treppenhaus, das an der Fassade mit der Farbe hervorgehoben ist.

Alle Verlage und Druckereien haben 2010 dieses Gebäude verlassen. Die erste Zeit wurde es für Festivals und verschiedene Ausstellungen benutzt. Später wurden hier Restaurants, Bars und ein Loft geöffnet, in dem Partys und Konzerte veranstaltet werden.


Donat Sorokin/TASS

Mitte 1920er Jahre funktionierten in Swerdlowsk solch wichtige für das Land Industriebetriebe, dass sie vom Innenministerium der UdSSR (NKWD) überwacht werden sollten. Für Mitarbeiter des NKWD wurde ein bequemer Wohnkomplex im Geschäftszentrum der Stadt gebaut.

Den Entwurf haben vier Architekten Iwan Antonow, Weniamin Sokolow, Arsenij Tumbasow und Alexander Stelmaschtschuk erstellt. Der Komplex wurde 1936 fertiggestellt.

Die Einwohner nennen ihn „das Tschekist-Städtchen“. Es nimmt das ganze Stadtviertel zwischen Prospekt Lenina und den Straßen Perwomajskajs, Luntscharskogo und Kusnetschnaja. Hier wurden ein Appartementhaus, mehrere Wohnhäuser, medizinische Einrichtung, ein Kindergarten und eine Krippe, ein Klub errichtet. Hier sind auch ein Kaufhaus, eine Bibliothek, eine Apotheke und eine Kantne zu finden. Damals brauchte man eine Genehmigung, um in den Innenhof mit dem Sportplatz zu gelangen. Heute sind Tore immer für alle geöffnet. Die Gebäude sind unter der Erde durch Tunnels miteinander verbunden. Einige sind jedoch überflutet.

Die meisten Wohnungen in den Häusern haben 2 bis 6 Zimmer. Es ist zu betonen, dass die Wohnungen keine Küche hatten, weil die Frauen von der Hausarbeit befreit werden sollten. Deswegen haben heutige Bewohner ihre Wohnungen umgebaut.

Man merkt, dass alle Gebäude zueinander gehören. Sie haben sogenannte baukünstlerische Einheitlichkeit vor allem in der Farbauswahl, gleichen Erkern, Treppenhäusern, Fenstern und Balkonen. Das Tschekist-Städtchen ist die Ideenverwirklichung der Architekten, einen neuen Raum in der Stadt zu schaffen, in dem Bewohner alles haben, was sie benötigen. Die sowjetischen Fachmänner arbeiteten eine damals populäre Konzeption Häuser als „Maschinen fürs Leben“ durch.

Donat Sorokin/TASS

Das Hotel „Iset“, das 1931 gebaut wurde, ist ein zentrales Gebäude im Tschekist-Städtchen. Das elfstöckige Gebäude, das wie ein Hufeisen aussieht, wurde als Wohnheim für Offiziere des NKWD gebaut, die kleine Familien hatten. Kleine Räumen hatten keine Küche. Eine Kantine, Vorlesungsräume, eine Bibliothek und Räume für unterschiedliche Kurse befanden sich in einem Nachbargebäude. Es gab einen Durchgang zwischen zwei Häusern, der heutzutage zugemauert ist. Dieses Gebäude war in den 1930er Jahren eines der größten, schönsten und imposantesten in Swerdlowsk. Es wurden Postkarten mit seinem Bild verkauft. In Spanien erschien 1937 die Briefmarke mit dem Zentralgebäude des Wohnkomplexes des NKWD.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in ein ganz normales Wohnhaus umgewandelt. Hier befand sich auch das Hotel „Sport“ für Sportler, das später in „Iset“ umbenannt wurde. 1973 wurde im Erdgeschoss das Restaurant „Ualskije Pelmeni“ geöffnet. Seit 2014 sind hier andere Restaurants, wo außer Pelmeni andere Spezialitäten russischer Küche angeboten werden.

Vor einigen Jahren wurde das Hotel wegen Rekonstruktion geschlossen. 2015 öffnete es seine Türen für die Industriale Biennale. Drei Monate lang wurden in dem Hotel Arbeiten moderner Künstler gezeigt. Heutzutage steht Iset wieder leer. Die Zukunft des Baudenkmals im konstruktivistischen Stil ist unbekannt.

Donat Sorokin/TASS

Der Dserschinski-Klub, der nach dem Organisator und ersten Leiter des Allrussischen Außerordentlichen Komitees zur Bekämpfung von Konterrevolution und Sabotage benannt wurde, ist noch ein Gebäude des Wohnkomplexes des NKWD.

Das vierstöckige Haus, das 1932 gebaut wurde, besteht aus mehreren Blöcken, die im rechten Winkel zueinander liegen. Das Hauptelement, das dieses Denkmal so einzigartig macht, ist der Zylinder des Treppenhauses mit senkrechter Verglasung. Die bewundernswerte Wendeltreppe war entgegen dem Uhrzeigersinn angelegt. Von der Treppe sieht man den fünfzackigen Stern. Viele Menschen, die sich für Avantgarde interessieren, fotografieren oft diese Treppe.

Zur Sowjetzeit befand sich in dem Haus eine Aula mit der Bühne, eine Kantine, Räume für verschiedene Kurse, eine Bibliothek, eine Lebensmittelgeschäft, eine Schneiderei für Militäruniform und vieles andere.

Seit 1991 befindet sich hier das Geschichts- und Archäologiemuseum Ural. Heutzutage kann man Ausstellungen zur Geschichte und Archäologie Ural besichtigen und durch das einzigartige Baudenkmal spazieren.

Für Ingenieure im Zentrum der Stadt wurde noch ein großer Wohnkomplex nach dem Entwurf von Georgij Walenkow und Jewgenij Korotkow errichtet.

Die Häuser wurden in zwei Schritten gebaut, deswegen unterscheiden sie sich voneinander. Die Gebäude, die von 1930 bis 1936 gebaut wurden, sind harmonisch und haben eine strenge Form. Sie haben Treppenhäuser mit Glasmalerei, runde Fenster und Eingänge mit Bögen. 10 Jahre später zur Zeit des Übergangs vom Konstruktivismus zur Neoklassik wurden andere Häuser aufgebaut. Sie sind mit dem Stuck, Pilastern und anderen Elementen dekoriert.

Alle Gebäude liegen im Viertel zwischen Prospekt Lenina, Pereulok Reschetnikowa und den Straßen Mitschurina uns Baschowa. Außer Wohnhäusern gehören zum Komplex andere Gebäude, die Einwohner fürs Leben brauchen: Geschäfte, ein Kindergarten, Banja, ein Klub und eine Poliklinik.

Zur Kriegszeit wurden gemütliche Wohnung in enge Gemeinschaftswohnungen umgebaut. Heutzutage wohnen hier Einheimische. Der Innenhof ist für alle geöffnet.

Gegenüber dem Hotel „Iset“ steht noch ein Denkmal des Kunstruktivismus - der Klub der Bauarbeiter. Dieses Gebäude wurde 1933 aufgebaut. Den Entwurf hat der Moskauer Architekt und Kritiker Jakow Abramowitsch Kornfeld erstellt. Er hat die Ausschreibung für den Bau des neuen Gebäudes in Swerdlowsk.

Es besteht aus 3 Teilen: Unterhaltung, Klub und Sport. Das Sportgebäude befindet sich hinten im Hof und ist mit dem zweiten durch eine große Passage verbunden.

Der Klub der Bauarbeiter hat Fensterbänder und Treppenhäuser mit Glaswänden, sowie offene Terrassen, wo man Sport treiben und sich sonnen konnte. Früher waren hier noch eine Cafeteria, ein Kinoraum mit 800 Plätzen, eine Bibliothek, Räume für verschiedene Kurse, Studios für Kinder und Sporträume.

Die erste Rekonstruktion fand während des Zweiten Weltkrieg, als das Swerdlower Filmstudio 1943 ins Gebäude eingezogen war. Seit 1999 ist hier das Einkaufszentrum „CITY-CENTRE“ geöffnet. Neue Besitzer haben nur alte Fassaden und Treppen gelassen.

Das Gebäude steht auf dem Platz 1-oj Pjatiletki. Es wurde 1932 nach dem Entwurf vom Architekten Pjotr Oranskij gebaut. Ursprünglich wurde es als Wohngebäude gedacht, aber später befand sich hier die Betriebsverwaltung. Hier war die Personalverwaltung und die Abteilung für technische Schulung. In diesem Gebäude arbeiteten Filialen einiger Instituten und Fachschulen, befanden sich Laboratorien und Räume, in denen Werksarbeiter studierten.

Das Gebäude hat ein Stahlbetonskelett und Wände aus leichten Kunststeinen, konstruktivistische Fensterbänder, isolierte Balkonen und einen schönen voll verglasten Erker.

Heutzutage befinden sich in dem Haus für technische Schulung verschiedene Büros und Geschäfte.

In den 1930er Jahren hat man in der Sowjetunion versucht, die Lebensweise sowjetischer Menschen grundsätzlich zu verändern. Der Staat als eine der Aufgaben, Frauen vom Haushalt zu befreien. Dafür wurden im ganzen Land Vorbereitungsküchen zu bauen, die Einwohner mit fertigem Essen versorgen konnten. In dem sozialistischen Städtchen Uralmasch wurde 1935 eine Fabrik für Volksernährung nach dem Entwurf von Architekten Walerij Paramonow, Moisej Reischer und Bela Schefler, die Absolventin der bekannten Schule für Architektur und Design „Bauhaus“, errichtet.

Das Gebäude ist asketisch. Es hat beeindruckende und strenge Fassaden, zahlreiche Passagen mit großen Fenster, durch die die Sonne scheint und die Räume mit Licht auffüllt.

Die Fabrik konnte 100 Einzelfertiggericht pro Tag vorbereiten. Die Einwohner bevorzugten jedoch, Zuhause kochen oder Mittagessen auf die Arbeit mitnehmen. Diese Idee hat sich nicht bewährt, deswegen wurden in1937 noch zwei Gebäude zusätzlich gebaut und der ganze Komplex wurde in den Stalin-Klub umgewandelt. Heutzutage heißt das Gebäude das Kulturzentrum „Ordschonikidsewskij“.

Erst 2014 wurde das Gebäude als Kulturerbestätte anerkannt. Es werden hier verschiedene Ausstellungen, Konzerte, Workshops veranstaltet. Hier befindet sich auch eine Abteilung der Jekaterinburger Akademie für moderne Kunst.

Donat Sorokin/TASS

Das Weiße Turm ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Stadtteils Uralmasch und das Symbol des sowjetischen Konservatismus in Jekaterinburg. Er wurde nach dem Entwurf von Architekten Miosej Reischer errichtet. Die Arbeiten begannen 1928 und dauerten 3 Jahre lang. Für den Turm wurde ein besonderen Platz gewählt. Erstens befindet sich er auf dem höchsten Punkt in Uralmasch. Zweitens war der Turm in den 1930er Jahren vom Herzen der sozialistischen Stadt dem Platz 1-oj Pjatiletki zu sehen.

Zu jener Zeit war der Turm modern und einzigartig. Er wurde komplett aus Stahlbeton fertiggestellt. Zu jener Zeit war dies der größte Tank in der Welt. Er fasst 750 Kubikmeter Wasser und steht auf 24 m Höhe.

Innerhalb von 30 Jahren wurde der Turm zweckgemäß genutzt, nach und nach wurde der Stadtteil mit neuen Häusern bebaut und der Wasserdruck reichte nicht mehr. Die Architekten der Stadt haben lange nachgedacht, wie man den Turm noch nutzen konnte, haben jedoch keine Entscheidung getroffen. Der Turm war fast verfallen. Die Wänden wurden mit Graffiti bemalt. Die Treppen waren voll Müll.

2013 hat sich alles geändert. Die Architektengruppe „Podel‘niki“ hat die Stadtleitung überzeugt, das Objekt in ihre unentgeltliche Nutzung zu übergeben. Der Weiße Turm wurde gereinigt. Mit dem Geld, das bei Crowdfunding gesammelt wurde, wurde das Objekt stillgelegt. 2015 hat die Architektengruppe ein Stipendium für finanzielle Unterstützung bekommen, um das Museum über die Geschichte von Uralmasch und des Uraler Werks der Gesellschaft für Schwermaschinenbau in diesem Turm zu gründen. Das Museum wird in Kürze geöffnet.