Das Bergbaugebiet

Die Reise durch Nischni Tagil und Newjansk dauert den ganzen Tag. Man braucht mehrere Stunden nur für Werchnjaja Pyschma und Ganina Jama.

Donat Sorokin/TASS
Der Ort Ganina Jama befindet sich ungefähr 20 km von Jekaterinburg, in der Nähe von der Siedlung Schuwakisch. Im 19. Jahrhundert suchte der Besitzer dieses Ortes Gawriil Gold, fand jedoch nur Eisenerz. Der Ort wurde nach dem Besitzer der Grube genannt, den die Einheimischen Ganja nannten. Anfang des 20. Jahrhunderts galt sie als verfallen. Im Jahr 1918 wurden die Überreste des letzten russischen Zaren Nikolaus II., seiner Familie und deren Vertrauten begraben. Der Kloster, der aus sieben Holzkirchen besteht, wurde Anfang der 2000er Jahren gebaut. Die sieben Kirchen sind jeweils einem Mitglied der Zarenfamilie gewidmet. Vor dem Kloster stehen Büste von Nikolai II. und Alexandra Fjodorowna. Seit November 2013 funktioniert hier ein Pilgerzentrum.
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Eines der wichtigsten Orte für Touristen in der Oblast Swerdlowsk ist das Museum für Militärtechnik “Waffenruhm von Ural“. Es wurde vor einigen Jahren von Uralskaja Gorno-Metallurgitscheskaja Kompanija (UGMK) mit Firmensitz in Werchnjaja Pyschma eröffnet.

Die Ausstellung des Museums umfasst die Entwicklungsgeschichte unterschiedlicher Waffen, russischer und ausländischer Militärtechnik vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Auf dem Platz unter freiem Himmel sind mehrere Exponaten vom Modell des Schnellbootes vom Typ Komsomolez bis Selbstfahrgeschütz MSTA.

Im Jahr 2013 wurde hier ein 7000 Quadratmeter große zweistöckiges Ausstellungszentrum eröffnet. Hier sind seltene Militär- und Zivilgegenstände des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit auf drei Stockwerken ausgestellt. Jeder Stock hat seine eigene Ausstellung: im Erdgeschoss stehen Panzerkraftwagen, Militärautos und Artilleriesysteme des Zweiten Weltkriegs, im ersten Stock finden sich sowjetische Autos der Nachkriegszeit und im zweiten Stock befindet sich die Ausstellung der Ehrenzeichen Russlands, der Uniform und der Schusswaffen.

Zum 70. Jubiläum des Sieges wurde dazu eine Eisenbahnausstellung angeboten. Dies sind einige Gleise mit einzigartigen Zügen, Wagen und Panzerzügen. darunter ein Zweiachser Vieh- und Mannschaftstransportwagen, ein Panzerzug mit Maschinengewehren und Abwehrkanonen und ein Vierachser-Zug des Jahres 1928, der im Zweiten Weltkrieg in den Lazarettzügen verwendet wurde. Für die Ausstellung wurde die Nachbildung der Station Uslowaja in voller Größe mit deren Bestandteilen dieser Zeit gebaut: ein Wasserturm, ein Kran für Bekohlung und eine Wasserzapfstelle.

Jährlich besuchen über 150 000 Menschen dieses Museum. Am 9. Mai, dem Tag des Sieges, wird auf der Zentralstraße von Werchnjaja Pyschma die Parade der Militärtechnik veranstaltet, die von der Autowerkabteilung „UralElectroMedi“ (ein Teil von UGMK) restauriert wurde. Vor den Besuchern fahren Panzer Т-34-76, Т-26 und BТ-7, Selbstfahrlafetten ISU-152 und SU-76M und amerikanische Militärfahrzeuge des Zweiten Weltkriegs Willys und Dodge.

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Eine Stunde von Jekaterinburg Richtung Nischni Tagil befindet sich die Stadt Newjansk. Diese Stadt spielte eine maßgebende Rolle für das Industrieimperium von Demidow, der einflussreichen Industriellendynastie.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt ist der 57,5 hohe schiefe Turm von Newjansk, der Anfang des 18. Jahrhunderts nach dem Befehl von Akinfi Demidow fertiggestellt wurde. In dem Turm befanden sich offizielle Institutionen, u.a. eine Schatzkammer, eine Kanzlei und ein Gefängnis. Nicht völlig ausgeschlossen sind Legenden über die Nutzung des chemischen Laboratoriums zur Münzfälschung, die richtigen Münzen zum Verwechseln ähnlich aussahen. Als auf dem Zarenhof deswegen über einer Überprüfung gesprochen wurde, befahl Akinfi Demidowden, den Keller zusammen mit allen Arbeitern unter Wasser zu setzen.

Eine der Besonderheiten des Turms ist ein Raums mit schallverstärkenden Eigenschaften. Wenn man in einer Ecke des Raums steht, kann man alle Geräusche aus der anderen Ecke sehr gut hören. An anderen Stellen des Raums hört man diese Geräusche jedoch nicht.

Der schiefe Turm von Newjansk hat ein Glockenspiel, das von einem englischen Meisterglockengießer gegossen wurde und angeblich teurer gewesen sei als der Bau des Turms selbst. Das Glockenspiel spielt 18 Melodien acht Mal am Tag, während 10 Glocken zu jeder Viertelstunde schlagen.
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In der Umgebung von Newjansk liegt ein altgläubiges Dorf Byngi. Dort befindet sich die Kirche des Hl. Nikolaus von Myra, die 1789 gebaut wurde. In der Kirche finden sich Meisterwerke der Ikonenmalerei von Newjansk.
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Nicht weit von dem Dorf Byngi liegen zwei Dörfer Werchnije und Nishnije Tawolgi, in denen sich Töpferwerkstätten befinden. Hier kann man selbst töpfern oder unterschiedliche Tonwaren kaufen. Rufen Sie bitte vor dem Besuch an und vereinbaren einen Termin.
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Der Weg von Newjansk bis Nischni Tagil dauert ca. eine Stunde. In Nischni Tagil befindet sich das Museum für die Geschichte und die Entwicklung des Bergbaus - Eisen- und Schmelzhütte von Nischni Tagil. Das Werk hatte mehrere technologische Änderungen und funktionierte von 1725 bis 1987. Auf seinem Territorium stehen Denkmäler der Industriekultur von 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts und 300 Anlagen und Vorrichtungen.
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In Nischni Tagil ist seit 2004 ein Museum geöffnet, das den Erfindern der ersten Dampflokomotive Jefim und Miron Tscherepanow gewidmet. Dort kann man über die Entwicklung des Eisenbahntransports in Ural erfahren. Das Museum hat ungefähr zehn russische Lokomotive, einige funktionieren noch. Traditionelle Souveniers von Tagil sind bemalte Metallplatten.

Newjansk und Nischni Tagil gehören zur Touristentour „Uraler Halbedelsteinring“.