Siedlung Jantarny

Der Stand von Jantarny ist einer der breitesten am Ostseeufer mit reinstem weißen Sand und flachabfallendem Strand. Hier entwickelt sich die touristische Infrastruktur: Flächen für Paintball, Strandfußball und einige Felder für Beachvolleyball. Dem Strand von Jantarny wurde 2016 als erstem in Russland das Gütezeichen "Blaue Flagge" des internationalen Zertifizierungssystems für Strände und Marinas vergeben.

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Der bei Einwohnern und Gästen von Jantarny beliebte Park mit einer Fläche von 13 Hektar liegt auf einer erhöhten Terrasse am Meer. Der Mensch, nach dem der Park benannt ist, wurde berühmt, als er im 19. Jahrhundert mit seinem Kompagnon Wilhelm Stantien die Firma Stantien und Becker gründete und ein Tagebauverfahren zur Gewinnung von Bernstein entwickelte. Dies gewährleistete der Firma jährliche Einkünfte in Höhe von 8 Millionen Goldmark. Moritz Becker war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann und Industrieller, aber auch Philantrop, der sein eigenes Geld für Gestaltung und Entwicklung der Siedlung verwendete: er investierte Mittel in den Bau eines Eisenbahnanschlusses, eines Wasserturms und einer neue Kirche. Am 21. Mai 1881 legte er anstelle des alten Gartens des Guthofs einen Park an, in den er Rotbuchen, Linden, Eichen, Bergahorn, Silberpappeln, Kastanien, Ulmen und Eschen pflanzte. Beckers Sohn brachte aus Japan und Amerika exotische Pflanzen mit: japanischen Kuchenbaum, Sitkafichte, Weymouthkiefer und den einzigartigen nordamerikanischen Tulpenbaum, der heute das Symbol des Parks ist. Ein weiteres berühmtes Exemplar der örtlichen Sammlung ist eine europäische Buche, die über 300 Jahre alt ist.

Im Jahr 2007 erhielt der Moritz-Becker-Park den Status eines Objekts des Kulturerbes lokaler Bedeutung; derzeit werden Anpflanzungen verlorengegangener Pflanzen wiederhergestellt.
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Wenn die Reisenden über die breite Treppe vom Moritz-Becker-Park zum Meer herunterschreiten, gelangen sie zum Anfang der neuen Promenade, auf die Jantarny stolz ist. Dies ist die längste Promenade im Kaliningrader Gebiet; ihre Länge beträgt fast zwei Kilometer, von denen 700 Meter entlang des Sees verlaufen, der sich anstelle eines Tagebaus für die Bernsteingewinnung gebildet hat. Zudem ist dies die einzige hölzerne Promenade im Gebiet - der Weg entlang der See und des einsamen Strands passt sich organisch in die umgebende Landschaft ein.
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Der Wasserturm — eine Baudenkmal des 20. Jahrhunderts — wurde 1920 erbaut und wird bis heute für seinen ursprünglichen Zweck genutzt.. Das Gebäude aus roten Ziegeln mit weißen Dekors ist 35 Meter hoch, sein Durchmesser beträgt 11 Meter. Dem Bauwerk wurde 2007 der Status eines Objekts des Kulturerbes lokaler Bedeutung verliehen, als die Arbeiten zur Fassaden- und Dachreparatur beendet wurden sowie eine Wetterfahne in Form eines Einhorns aufgestellt wurde.
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Die Museums- und Ausstellungsanlage "Bernsteinschloss" liegt in der im 14. Jahrhundert errichteten Festung Palmnicken.

In dem Museum kann man etwas über die Geschichte Palmnickens erfahren, eine Sammlung alten Geschirrs, Kunstwerke und Fotos vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ansehen. Hier sind Ausstellungen über die Entdeckung von Bernsteinlagerstätten, die Gewinnung und Verarbeitung dieses Schmucksteins untergebracht und natürlich kann man sich an Erzeugnissen aus Bernstein erfreuen.

Unter dem Dach des "Bernsteinschlosses" gibt es ein Foltermuseum, ein Museum für ostpreußische Schlösser, ein Museum für das russische Märchen und eine Kunstgalerie, die Ausstellungen für moderne Künstler und Bildhauer organisiert.

Hier kann man sich einer "Bernsteintherapie" mithilfe einer mannshohen Pyramide unterziehen, die, wie man sagt, Wünsche erfüllt und etwas über die heilenden Eigenschaften dieses versteinerten fossilen Harzes erfahren.
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Der Schacht "Anna" befindet sich am Eingang des heutigen Ortes Jantarny und besteht sein 1872. Ursprünglich gehörte er der Firma von Moritz Becker, wurde aber 1899 vom Staat für 9,7 Millionen Mark aufgekauft.

Von der Aussichtsplattform beim Schacht eröffnet sich ein Blick auf Strand und See. Hier befindet sich auch der Gedenkstein für den "Todesmarsch" zur Erinnerung an die umgekommenen KZ-Häftlinge: zum Himmel gestreckte Hände mit in Granit geschnittenen Nummern. Das sieben Meter hohe Denkmal der Bildhauer Frank Meisler und Arie Ovadia erzählt über die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, als die Nazis Tausende Juden ermordeten, indem sie sie - einer Version nach - in einen verlassenen Stollen warfen. Der Legende nach liegt in diesem Stollen auch das auf rätselhafte Weise verschwundene Bernsteinzimmer.
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Unweit von Jantarny, in Richtung der Siedlung Sinjawino, gibt es einen weiteren interessanten Ort: den Jantarnoje-See, die ehemalige deutsche Grube "Walter", der heute Anhänger der Freizeit in der Natur anzieht. Die Grube "Walter" wurde zum ersten Ort der industriellen Bernsteingewinnung, der von der Firma Stantien und Becker ausgebeutet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Grube weiter betrieben; in den Jahren 1972-1975 begann jedoch die Ausbeutung einer neuen Grube und aus der Grube "Walter" kein Wasser mehr abgepumpt und sie füllte sich mit reinem Quellwasser. Die Tiefe des künstlichen Sees erreicht 30 Meter, seine Fläche beträgt 2,5 Quadratkilometer.
Gegenwärtig wird am Jantarnoje-See ein Tauchzentrum betrieben: Neulinge können einen Probetauchgang mit Tauchlehrer in eine Tiefe von drei bis sechs Metern bestellen. Vor den Tauchern eröffnet sich ein atemberaubendes Bild: Reste industrieller Konstruktionen, eine Schmalspurbahn, die sich in der Tiefe verliert, und ein Unterwasserwald - buchstäblich eine untergegangene Welt aus der Vergangenheit.