Prawdinsk und Zhelesnodorozhni

Der alte Name der Stadt ist Friedland und bedeutet im Deutschen „friedliches Land.“ Diese Festungsstadt wurde 1312 auf dem Territorium der alten preußischen Siedlung vom Großmeister des Deutschen Ordens Karl von Trier gegründet. Die Siedlung war von vier Seiten mit Wasser umgeben: im Süden - vom Fluss Alle (jetzt - Lawa), im Norden - vom Mühlenteich, vom Osten und Westen von Hand ausgehobenen Gräben. Erhalten sind nur noch Reste des westlichen Grabens.

Das Prawdinsker Wasserkraftwerk - Kleinwasserkraftwerk am Fluss Lawa - ist ein im Betrieb befindliches Werk und gehört dem Unternehmen „Jantarenergo“. Das Werk wurde in den 1920er Jahren zusammen mit zwei anderen Werken gebaut - Groß Wohnsdorf (jetzt - Kurortnoje) und Wehlau (jetzt - Snamensk). Das Projekt sah die Anlage einer Kaskade von Kraftwerken am Fluss voraus. Anfang des 20. Jahrhunderts lieferte das Prawdinsker Wasserkraftwerk den Strom für den größten Teil der Region. Ein riesiger See, der durch den Damm entstanden war, zog Touristen an diese Orte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Wasserkraftwerk zerstört, aber im Jahr 1946 wieder aufgebaut.
Jewgenij Morosow/Welcome2018.com
Ein weiteres interessantes Wasserwerk in der Nähe von Prawdinsk, nicht weit von den Dörfern Druzhba und Oserki, fast an der Grenze zu Polen verläuft der Masurskij Kanal (auf Polnisch - Kanał Mazurski). Früher war dies ein Schifffahrtskanal, der das Becken des Flusses Pregel und die Masurische Seenplatte verbindet.

Der Kanal wurde 1764-1776 nach dem Erlass des Oberpräsidenten damaligen Ostpreußens Johann Friedrich von Domhardt gebaut und verband den See Mamry, der heute zu Polen gehört (deutscher Name - Mauersee), mit dem Fluss Lawa.

Im Laufe seiner langen Geschichte wurde der Kanal mehrmals modernisiert. 1934-1942 wurde ein Teil des Flussbettes beispielsweise durch den Damm blockiert. Zudem entstanden zehn Schleusen (von denen sich fünf in Polen und fünf in Russland befinden). Im Zweiten Weltkriegs wurde der Kanal, der als Verteidigungslinie verwendet wurde, schwer beschädigt, die Brücken wurden gesprengt, und später wurde er nicht wiederaufgebaut.

Der Masurskij Kanal und die Umgebung sind sehr beeindruckend: Der Uferdamm, der im Laufe der Jahre mit Büschen und Unkraut bewuchs, erhebt sich vor dem Hintergrund der malerischen Felder und Haine.
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Fahren wir weiter nach Süden des Gebiets Kaliningrad - wir sehen die Siedlung Zhelesnodorozhni. Gerdauen ist der deutsche Name dieser Siedlung. Sie wurde im 14. Jahrhundert gegründet und nach Girdawe benannt, einem der Stammesführer der Preußen aus dem Geschlecht der Rendalia. 1325 baute der Deutsche Orden an diesen Orten eine Ordensburg aus Stein und einen Damm mit einer Wassermühle, wonach Übersiedler begannen, aus Deutschland nach Gerdauen zu kommen. 1389 erhielt die Siedlung das Stadtrecht.

Eine kuriose Tatsache: 1718 hatte die Burg 50 Brauereien, nur eine davon blieb bis zum Jahr 1939 erhalten - die Brauerei Kinderhof. Etwa die Hälfte der Stadt wurde im Ersten Weltkrieg zerstört. In den Jahren 1916 bis 1918 baute eine Gruppe von Planern unter der Leitung von Heinz Stoffregen Gerdauen wieder auf. Seitdem gilt es als ein hervorragendes Beispiel für den „Ostpreußischen Wiederaufbau“. Die Architektur des Anfangs des 20. Jahrhunderts kann auch heute begeistern - der Zweite Weltkrieg hat ihr fast keinen Schaden zugefügt. Am schwersten war die Ordensburg aus dem 14. Jahrhundert beschädigt, von der nur die Mauern, Tor und Fachwerk der Schlosskirche erhalten blieben. In der Nähe erhebt sich eine 1909 erbaute Wassermühle, die den Status eines Objektes des Kulturerbes hat.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Wohnbauten - das sind gemütliche Provinzstraßen wie auf alten Fotografien, obwohl die Zeit bestimmt auf diesen malerischen Ansichten ihre Spuren hinterlassen hat.
Auf dem Rückweg nach Kaliningrad machen Sie Halt im Dorf Saizewo (von Prawdinsk nur 12 km in Richtung Kaliningrad), um einen einzigartigen Komplex natürlicher Objekte - das Hochmoor Zelau, das nach verschiedenen Schätzungen sechs- bis zehntausend Jahre alt ist, zu besichtigen. Dieses mit kleinen Seen übersäte natürliche Objekt nennt man eine Scherbe aus der Eiszeit: Dies ist eines der letzten großen Hochmoore, die in Mitteleuropa erhalten geblieben sind.

Auf Zelau nisten mehrere Vogelarten, die in das Internationale Rote Buch aufgenommen wurden, zum Beispiel der Goldregenpfeifer und der Raubwürger. Und vergessen Sie nicht, ein Mittel gegen Insektenstiche mitzunehmen.