Das Museum von Weltozean

In Kaliningrad muss man weit nicht laufen, um etwas Seltenes zu sehen. Das Museum, das dem Weltozean gewidmet ist, liegt im Zentrum der Stadt neben der Kant-Insel an der Uferpromenade Pregol. Von dem Museum sind nicht nur Erwachsene sondern auch Kinder beeindruckt. Hier befinden sich mehrere einzigartige Schiffe und Aquarien mit seltenen Fischen.

Ruslan Schamukow/TASS

Die B-413 erlebte ihre Jungfernfahrt 1968. Sie leistete ihren Dienst bis 1999 in der sowjetischen Nordflotte und später in der Ostseeflotte. Alle Mechanismen, Geräte und Waffen sind in dem gleichen Zustand wie vorher. Das Boot ist auch heute gefechtsbereit. Die Besonderheit des Bootes besteht darin, dass es das einzige Boot im ganzen Land ist, das keine Atomenergie sondern Diesel verbraucht. Die Mannschaft des U-Boots, das so klein und eng scheint, bestand aus 80 Männern.

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Noch ein einzigartiges Exponat des Museums von Weltozean ist das einzige in der ganzen Welt russische Schiff der Raumkommunikation. An der Uferpromenade von Peter dem Großen in Kaliningrad steht seit 2001 das Forschungsschiff „Kosmonaut Wiktor Pazajew“. Aber dies ist nicht nur ein Museum. Das Schiff ermöglicht immer noch die Verbindung mit der Internationalen Weltraumstation. Bei der Führung erfahren Besucher, dass die Geschichte der Weltraumforschung mit Kaliningrad verbunden ist. Hier wohnten Kosmonauten Alexej Leonow, Wiktor Pazajew, Juri Romanenko und Alexander Wiktorenko.

Für sein langes Leben hat das Schiff „Witjas“ wunderbare Orte der Welt besucht. Während der Reise auf Witjas wurde das nach dem Schiff benannte Witjastief 1 im Marianengraben entdeckt, das mit 11.034 m die tiefste bekannte Stelle des Weltmeeres darstellt. Das Schiff hatte mehrere Namen. Das Schiff wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland fertiggestellt und hieß „Mars“. Es war ein Fracht- und Passagierschiff, danach wurde es aber als ein Kriegsschiff eingesetzt. 1945 wurde die Mars vom englischen Ministry of War Transport in Kopenhagen beschlagnahmt und als Empire Forth aufgelegt. 1946 wurde das Schiff an die Sowjetregierung übergeben und bald zum Forschungsschiff umgerüstet. Im Museum von Weltozean ist dieses Schiff besonders von Kindern beliebt. Sie dürfen die Schiffsglocke läuten. Um die berühmte Schiffssirene von Witjas zu hören, wurde auf der Internetseite ein spezieller Knopf platziert.


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Das nächste einzigartige Schiff kann man nur in dem Museum von Weltozean besichtigen. Genau so wie Witjas wurde SRT-129 in Deutschland aber schon nach dem Zweiten Weltkrieg im Auftrag von der Sowjetunion fertiggestellt. Auf solchen Schiffen wurde Hering aus der Ostsee gefischt und man ist auf Expeditionen zur Färöer gefahren. Die Ausstellung des Museums zeigt, wie Fischer wohnten, und erklärt, wodurch sich Klüver vom Großgaffelsegel unterscheidet.

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Das Hauptgebäude des Museums von Weltozean ist vor allem durch seine Aquarien berühmt. Die Ausstellung verfügt über 14 Aquarien mit Meer- und Süßwasser mit insgesamt 16.000 Liter. Dort leben über 300 Lebewesen von 133 verschiedenen Arten aus unterschiedlichen Orten des Weltozeans, darunter Rochen, Haie und Piranhas. In diesem Gebäude befindet sich das größte in Russland Skelett des Pottwals, der 2004 an der Frischen Nehrung gefunden wurde. Für Kinder wird eine besondere interaktive Führung „Das Wasserlabor“ angeboten, bei der verschiedene Experimente durchgeführt werden.

Diese zwei Gebäude befinden sich in den Hafenspeichern der Mitte des 19. Jahrhunderts. An der Fassade von „Packgaus“ ist das restaurierte Relief „Genius“ aus Königsberg vom bekannten Bildhauer Stanislaw Kauer. Das Relief wurde nach dem Krieg in den Ruinen seines Hauses gefunden. Im Gebäude finden temporäre Ausstellungen statt. Hier sind das im Bernsteintagebau gefundene Schiff des 19. Jahrhunderts und der interaktive Atlas des Weltozeans ausgestellt.

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Auf der Uferpromenade, an der Gebäude und Ausstellungsobjekte des Museums von Weltozean stehen, sind das Kopfpflaster und die Kaimauer restauriert worden. Zusammen mit der Eisenbahnbrücke der Mitte des 19. Jahrhunderts schaffen sie die Atmosphäre einer alten Stadt. Vermutlich lag hier die „Kant-Straße“. Dies ist der Weg, auf dem der große Philosoph spazieren gegangen ist. Seit Kurzem steht hier „Die Kants Bank“ aus Granit, auf der sein Stock und Dreispitz liegen.