TOUR Wolga-Bulgaria

Bulgaria ist ein mittelalterlicher Staat, der sich auf dem Gebiet des heutigen Tatarstan befand. Bulgaren sind ein wichtiger Teil der Ethnogenese der Kasan-Tataren. Im Jahre 922 nahm der bolgarische König Almusch den Islam der Hanafiten an und erklärte ihn zur Staatsreligion. Hier befand sich der große östliche Markt des Aga-Basar, durch den Handelsrouten von Ost nach West verliefen. Die Werke der bolgarische Meister in Gold, Stein, Leder und Metall waren weit über die Grenzen des Staates berühmt. Im Jahre 1236 wurde Bulgaria von der mongolischen Armee verwüstet, und ein anderer Staat bildete sich auf diesem Platz - das Khanat Kasan, das später Teil des russischen Königreichs wurde.

Vier Stunden zu Fuß.

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Die berühmteste Stadt von Bulgaria ist ihre erste Hauptstadt Bolgar, die im 10. Jahrhundert am Zusammenfluss der Wolga und Kama gegründet wurde. Die Stadt überlebte 1361 nach der verheerenden Invasion von Bulat-Timur, dem Fürsten der Goldenen Horde, die nach dem Angriff von Tamerlan 1395 bewahrt wurde, aber im Jahre 1431 nach der Gefangennahme des Woiwoden Fjodor Pestryj in Vergessenheit geriet. Danach verwandelte sich Bolgar in einen Stadtfriedhof.

Seit 2010 wird hier unter den Programmen des republikanischen Fonds zur Wiederbelebung der Denkmäler der Geschichte und Kultur gearbeitet: alte Gebäude werden restauriert und neue Museen erscheinen. Seit 2014 ist Bolgar ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Zugang zu den Denkmälern ist täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Ein Ausflug nach Bolgar wird von vielen Reiseveranstaltern aus Kasan angeboten. 

Mit dem Auto: GPS Koordinaten der Stadt 54.986046, 49.053000

Mit dem Bus: von der Bushaltestelle „Juschnyj“ (Telefon 7 (843) 237 33 23, Adresse: Kasan, Orenburgskij Proesd, 207)
Wassertransport: Neben der direkten Flußflottenschiffe „Meteor“ nach Bolgar, gibt es noch Fahrten nach Tetjuschi die dort anhalten.

Flusshafen „Kasan“: Telefon 7 (843) 233 09 82, die Adresse: Uliza Dewjataewa, 1

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Die architektonische Dominante von Bolgar. Erbaut wurde die Moschee in den 1260er Jahren. Die heutige Form erhielt sie im frühen 14. Jahrhundert - es gab mehr feste Wände, achteckige Säulen. Ein wenig später wurden Ecktürme gebaut.

Im Laufe der Zeit begann sich der Zustand des Gebäudes allmählich zu verschlechtern, auch wegen der Schatzjäger, die hier gruben.

In den Jahren 1964-1967 wurde die Moschee fertiggestellt und teilweise restauriert. 1995 begannen die Arbeiten zur Erhaltung mit dem Hauptergebnis, dass das aktuelle Minarett wiederhergestellt wurde. Es steht auf dem ursprünglichen Fundament an der Stelle des Turms, der 1841 zusammenbrach.

Ende Mai feiert man in Bulgarien „Isge Bolgar Schyeny“ - eine Feier zu Ehren der Annahme des Islam als Staatsreligion in Wolga-Bulgaria. Einer seiner Hauptmomente ist Namas in der Mosche-Kathedrale.

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Das muslimische Grabmal aus Kalk und Tuff verwandelte sich im 18. Jahrhundert in die Kirche von Nikolaus dem Wundertäter. Im Jahre 1967 begann man sie zu restaurieren und konzentrierte sich vor allem auf alte Gravuren. Danach zog hier das Museum der Geschichte vom 11. Jahrhundert bis heute der Stadt Bolgar, ein.

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Eines der bolgarischen Bäder - höchstwahrscheinlich ein, privates, mit einem großen künstlichen Teich. Es ist zu beachten, dass im Mittelalter die Bäder eine Art Herrenclub waren - sie versammelten sich hier, um über Nachrichten zu sprechen, Musiker und Dichter zu hören. Gäste tranken eine Vielzahl von Getränken, aßen Honig und getrocknete Früchte.
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Ein Minarett ohne Moschee, gebaut in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im südöstlichen Teil der Stadt. Anfänglich waren hier die Häuser der reichsten Leute des Staates, aber nach dem Ruin der Stadt ließ Bulat-Timur im Jahre 1361 an Stelle der ehemaligen Wohnquartiere ein Khan-Friedhof bauen, wo der Adel begraben wurde. Das Minarett wurde 1972-1974 restauriert. Sie können hinauf klettern, und nach 40 Stufen von der Galerie aus, das gesamte Gebiet des Naturschutzgebietes von oben betrachten. 

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Es gibt mehrere Versionen, welche Funktion diese Durchgangstore mit zwei Steintürmen hatten. Eine Version besagt, es ist Teil der Moschee. Eine andere, es ist ein Komplex von Verteidigungsstrukturen. Eine weitere Annahme ist, dass es eine Karawanserei war, ein Gästehaus für Kaufleute, die nach Bolgar kamen. 

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Eine Legende über Khan's Tochter Rabiga ist mit einem Becken in der Nähe der alten Siedlung verbunden. Ihre Freundinnen gingen in den Wald und reinkarnierten als weiße Schwäne. Einmal entschloss sich Rabiga aus dem Palast zu entkommen. Der Khan ging an diesem Tag auf die Jagd, auf dem er einen Schwan erschoss. Es war seine Tochter. Er weinte so lange über ihrem Körper, dass ein See an dieser Stelle entstand.

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Eine weiteres Exponat der Ära der Umwandlung von Bolgar in einen riesigen Friedhof, nach der Einnahme der Stadt im Jahre 1361 durch den Fürst der Goldenen Horde Bulat-Timur. Das Grab des Khan ist ein Komplex von vier Mausoleen. Es wird davon ausgegangen, dass der Nordwesten, mit den Resten der Ofen- und Heizkanäle, nicht als Grabgewölbe, sondern als Gedenkmoschee diente.

Es wird geglaubt, dass einer der Gefährten (Sachab) des Propheten Muhammad-Subair ben Talke - hier liegt. Mit zwei anderen Sachabs wurde er angeblich von einem Propheten nach Bulgarien geschickt, der ihnen einen Turban, ein Stab und einen Tintenfass übergab. Subair blieb in Bulgaria und heiratete die Tochter von Khan Tujbike. An diese Legende erinnert eine Skulptur, die neben dem Grabgewölbe steht.

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Aber wie, nach der gleichen Legende, wurde Khans Tochter Tujbike geheilt. Sachab Gabdrachman steckte nach dem Gebet ein Stab in den Boden, dort entstand eine Quelle, und aus dem Stab begann eine Birke zu wachsen, von deren Blättern Sachab einen Besen machte. Mit der Hilfe des Wassers aus der Quelle und dem Besen wurde Tujbike geheilt. Und der Khan akzeptierte den Islam als Zeichen der Dankbarkeit.

Der Brunnen wurde zuerst in den Quellen von 1769 durch eine Expedition der Petersburger Akademie beschrieben - danach wurde er nach Nikolaj Rytschkow, dem Sohn des Historikers Pjotr Rytschkow benannt. Sie fanden in ihm Sumpferz und Salpeter. Der Brunnen wurde 1980 zum Denkmal. Es wurden Aussichtsplattformen, Pavillons zum Ruhen und Kochen sowie Treppen und Wanderwege gebaut.

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Wahrscheinlich war es einmal das Hofgebäude: Der Khan und drei Richter gingen durch die Türen, die nach den Himmelsrichtungen orientiert waren. Die dunkle Farbe der Kammer kam durch den dunklen Kalkstein, und auch weil später hier eine Räucherkammer war.

Es gibt auch eine Legende über dieses Bauwerk: während der Belagerung von Aksak, sah Timur (in der europäischen Interpretation - Tamerlan) die Tochter von Khan Abdullah, die auf der brennenden Kammer stand, verliebte sich in sie und verlangte, dass sie ihn heiratete. Als eine Art der Bezahlung bot er an, ihre beiden Brüder freizulassen - sie warf sich in das Feuer als Antwort. 

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Der besondere Wert dieses Grabgewölbes, das in den dreißiger Jahren des 14. Jahrhunderts gebaut wurde, ist, dass es Grabplatten mit Proben der bolgarischen Schrift gibt. Entschlüsselt wurden sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Chusain Faichsanow, ein Lehrer an der Sankt Petersburger Staatsuniversität. Nach der Annexion von Bolgar durch das russische Königreich wurde das Mausoleum von orthodoxen Mönchen als Keller benutzt. Nach der Wiederherstellung, die 1968-1969 durchgeführt wurde, blieb das Fundament, sowie ein Teil der Innenwände und der Verkleidungen, erhalten. Die Restauratoren haben die oberen Kuppel- und Fensteröffnungen wiederhergestellt, und eine schützende Schale aus Eisen und Blähton wurde über dem Denkmal gebaut.

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Der Name kommt von seiner Nähe zum Palast - diese Banja war ein Ort, wo bekannte und reiche Kaufleute ein Dampfbad nahmen. Sie wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut. Hier haben sich die Menschen nicht nur gewaschen, sondern auch kommuniziert. Man musste Eintritt bezahlen. Im Inneren gab es eine kreuzförmige Halle mit einem Brunnen und einer Kuppel sowie separaten Waschkabinen.

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Das Kloster wurde auf den im Jahre 1722 erschienenen Befehl von Peter I. gegründet. Als der Kaiser zu Besuch nach Bolgar kam, befahl er die Grabsteine zu erhalten und die arabischen Inschriften zu übersetzen. Im Jahre 1764 wurden die Mönche nach Tscheboksary gebracht - Katharina II. mochte die unehrliche Haltung gegenüber den bolgarischen Denkmälern nicht (insbesondere wurden einige Grabplatten als Baumaterial verwendet). Offensichtlich lernte die Kaiserin dies aus Berichten, da sie die Siedlung erst drei Jahre später besuchte, während sie die Wolga entlang fuhr.

Von jener Zeit ist die Uspenskaja-Kirche erhalten geblieben, die 1732 mit dem Geld des Kasaner Kaufmanns Iwan Michljajew errichtet wurde, und im 19. Jahrhundert  zur Pfarrei wurde und einen Glockenturm erhielt. Jetzt können Sie die Exponate des bolgarischen Historischen und Archäologischen Museums-Reservats sehen.

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Er wird auch das Haus mit Türmen oder Dworez Batyja genannt. Es wird angenommen, dass es zweistöckig war und nach Archäologen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut wurde. Der Palast wurde entweder für den Khan Batyja oder für seinen Nachfolger Berke gebaut.

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Nach der Legende gehörte die Quelle einem Kaufmann, der am Ende des 12. - Anfang des 13. Jahrhunderts lebte - da er zum Christentum konvertierte und den Namen Abraham annahm, wurde er hingerichtet. Die Reliquien des Verstorbenen wurden vom Juri II. Wsewolodowitsch, Großfürst von Wladimir, in das Kloster der Heiligen Mariä Himmelfahrt verlegt, und ein Teil von ihnen wurde in Bolgar bewahrt. Das Wasser der Quelle ist mineralienhaltig, wie Experten herausgefunden haben. Es enthält nützliche Mikronährstoffe. 

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Das neue Bolgar-Symbol wurde im Jahr 2012 nach dem Entwurf des Kasaner Architekten Sergej Schakurow gebaut. Die Moschee, die an das Taj Mahal erinnert, ist ein imposanter Gebetsplatz mit vielen östlichen Säulen, einer exquisiten schneeweißen Kuppel, Gebäuden für den Klerus und einer Gebetshalle mit einem riesigen Kronleuchter. Die Wände der Ak-Moschee sind mit Koran-Zitaten, Tulpen und Ornamente verziert. 

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Am Flussbahnhof gelegen, wurde das Museum im Mai 2013 eröffnet. Hier können Sie sich mit Materialien über Bulgaria und seiner Hauptstadt Bolgar vertraut machen, über den Ursprung der Stadt und ihren Status in verschiedenen Jahrhunderten sowie das tägliche Leben ihrer Bewohner kennenlernen.