Fan-Austausch: Leipzig - Sankt Petersburg





Fan-Austausch:
Leipzig - Sankt Petersburg
Ein spezielles Projekt von Welcome2018, in dem sich Fußballfans gegenseitig besuchen
Fan-Austausch: Leipzig - Sankt Petersburg

Ein spezielles Projekt von Welcome2018



















„Fan-Austausch" - ein spezielles Projekt von Welcome2018, bei dem sich Fußballfans aus verschiedenen Ländern gegenseitig besuchen und gemeinsam zu den Spielen ihrer Lieblingsmannschaften gehen. Am 15. März, im Rückspiel der Achtelfinale der Europa League, war der Sankt Petersburger Zenit Gastgeber des deutschen RB Leipzig. Die Helden des Projekts waren die Fans Olga und Claudia.
Olga Silina
Die Bankmanagerin unterstützt Zenit seit 2001 aktiv. In den Jahren 2002 und 2003 besuchte sie alle Spiele ihrer Lieblingsmannschaft, sowohl zuhause als auch auswärts. Die Reise nach Leipzig war ihre erste nach der Geburt ihres Kindes vor drei Jahren. Ihr Ehemann machte ihr dieses Geschenk zum 8. März.
Claudia Leuthold
Arbeitet bei einer Bank als Recruitment Managerin. Sie liebt Fußball seit der WM 2002 in Japan und Korea. Sie ist ein Fan von RB Leipzig seit der Vereinsgründung im Jahr 2009.
«Ich war schon in Petersburg, es ist eine super schöne Stadt, aber jetzt ist es hier sehr kalt, ich denke, sogar für Russen»
Es war vor etwas weniger als eine Woche, als auf dem Bahnsteig der Leipziger U-Bahnstation Marktplatz der Fan des deutschen Fußballclubs RB Leipzig Claudia Leuthold und der Fan der Petersburger Zenit Olga Silina sich trennten.

Eine Woche später kam Claudia schon für das Rückspiel nach Sankt Petersburg.

„Ich war schon in Petersburg, es ist eine super schöne Stadt, aber jetzt ist es hier sehr kalt, ich denke, sogar für Russen", teilte der deutsche Gast seine Gefühle mit.
Das Wetter in der nördlichen Hauptstadt erwies sich nicht wirklich als sehr fußballtauglich: Der starke Frost und der Wind könnten die Frage nach der Zweckmäßigkeit eines Austragens des Spiels aufwerfen. „Ich weiß, dass sich das Dach des Sankt-Petersburg-Stadions schließt und die Temperatur auf den Tribünen warm ist", sagte Claudia. „Hauptsache nicht auf der Straße frieren."

Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel erinnerte die Deutsche daran, dass sie nicht nur mehrere Sätze auf Russisch kennt, sondern auch das schwierige Kyrillisch lesen kann. „Ich muss üben, ich werde Olga überraschen", sagte sie, nachdem sie mehrere Werbetafeln gelesen hatte. „Ich habe mich immer gefragt, warum Pectopah überall geschrieben steht. Und es stellte sich heraus, dass dies ein Restaurant ist. Jetzt kenne ich schwierige Wörter."

„Dostoprimetschatelnosti" (Sehenswürdigkeiten) sagte sie selbstbewusst und überraschte den Taxifahrer. „Die Hausaufgaben gemacht", hat eindeutig funktioniert.
Die Freundinnen haben sich in einem Hotel in der Wosstanija Straße getroffen und sind sofort einkaufen gegangen - in der Nähe auf dem Newski-Prospekt gibt es einen Klubladen von Zenit.

Als „Pflichtprogramm" wurden ein Wimpel für die Sammlung und ein Kühlschrankmagnet gekauft. „Das wird aufgehängt und mich an den heutigen kühlen Tag erinnern", versprach Claudia.
Während eines Spaziergangs auf der Insel Nowaja Gollandija (Neu Holland), forderte das Sankt Petersburger Wetter immer noch seinen Tribut und Claudia fing an sich für die wärmenden Eigenschaften des russischen Wodkas zu interessieren. Das Interesse wurde an der nächsten Bar befriedigt. „So, jetzt ist es überhaupt nicht mehr kalt!"
Vor dem Fußball erwartete Claudia eine kleine Überraschung. Olga führte sie zu der Bar der Fans von Zenit, wo sie die Gerichte der klassischen russischen Küche anbot. „Kartoschetschka, Seljodotschka, Cholodez" (Kartoffeln, Hering, Sülze) - die grundlegenden Begriffe, die Claudia ziemlich leicht lernte.

„Eine ganz tolle Bar. Hier sind nette Leute, gute Musik und es ist sehr lecker ", sagte die Deutsche. „Das ist nicht alles, dieser Ort hat ein Geheimnis", machte Olga ihren Gast neugierig.
Eine Stunde vor dem Spiel kam ein alter sowjetischer Bus zu der Bar gefahren (er wurde von aktiven Fans gekauft und restauriert). In ihn sind alle Besucher der Einrichtung fröhlich eingestiegen und zum Spiel gefahren. „Express direkt ins Stadion", erklärte Olga. „ Und nach dem Spiel kann man in dem gleichen Bus in die Bar zurück fahren".

Unterwegs unterhielten die Fans von Zenit den deutschen Gast mit Songs, darunter Hits von Michail Bojarski.
Der Bus brachte die Fans direkt auf das Gelände des Stadions, wo sich die Freunde höflicherweise gegenseitig Glück wünschten und sich verabschiedeten, und sich zum Frühstück am Morgen verabredeten.

Das Spiel endete unentschieden mit 1: 1 und RB Leipzig kam durch einen 2: 1 Heimsieg in die nächste Runde. „Sei nicht traurig", tröstete Claudia ihre Freundin am Morgen. „Ihr habt nicht schlecht gespielt. Und ihr habt ein tolles Stadion und Fans." „Es ist alles in Ordnung, ich habe diesen Ausgang ungefähr erwartet, das Spiel läuft im Moment nicht sehr gut", antwortete Olga.
Nach dem Frühstück begleitete Olja Claudia zum Flughafen Pulkowo. „Es ist toll, dass wir uns getroffen haben, komm zu mir nach Leipzig", lud Claudia ein. „Im November wird in unserem Stadion ein Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Russland stattfinden. Komm mit deiner Familie, ich habe ein großes Haus, ihr könnt bei mir wohnen und wir können ein bisschen länger ausgehen!"

„Das wird toll, Leipzig hat mir wirklich gut gefallen", musste sie Olja nicht lange bitten. „Und du kommst im Sommer zur Weltmeisterschaft. Bei uns wird es heiß!"