Das Viererteam im Sechser-Schiguli: Von Russland nach Afrika

Die Geschichte einer Interkontinentalreise
26 Mai 2017

Banjul Challenge ist die Geschichte vierer junger Männer, die keinerlei Angst verspüren, in einem alten Schiguli von St. Petersburg nach Gambia zu fahren. In 14 Tagen haben sie mehr als 9000 Kilometer zurückgelegt und mehr als 12 Ländergrenzen überquert. Welcome 2018 berichtet über Details dieser Interkontinentalreise.


In Mauretanien © Foto aus dem Privatarchiv

Roman, Maksim und Iwan haben sich vor sieben Jahren während ihres erstens Studienjahres an der Tomsker Universität kennengelernt. Roman, der Besitzer besagten „Schigulis“, ist Ingenieur und Technikguru des Projektes. Iwan hat es mit seinen 23 Jahren geschafft, in Petersburg, Moskau und Prag zu leben, hat bereits einen kompletten Triathlon absolviert und spricht fließend Englisch. Maksim, wenngleich geboren und aufgewachsen in Sibirien, hat mit 23 Snowboard, Windsurfing und Wakeboard gelernt. Nach seinem Umzug nach St. Petersburg war er derjenige, die seine Freund mit dem 4. Teammitglied Dima bekannt gemacht hat.


VAZ 2106 "Tiger" mit der Reiseroute. © Foto aus dem Privatarchiv

Bis zum Tag des Kennenlernens wussten die Jungs nicht, wer der Vierte im Bunde sein wird. Deshalb haben sie zu Beginn des Projekts notiert: „Typ von Maksim“, wir haben beschlossen, es dabei zu belassen.

Dmitrij Demidow, Teilnehmer Banjul Challenge

Der eigentlichen Reise ging noch der Umzug von Tomsk nach St. Petersburg voraus, also ca. 6500 Kilometer in diesem Sechser-Schiguli. Danach hat das Auto ein ganzes Jahr unbenutzt an der Newa herumgestanden. Nachdem die Jungs von der Benefiz Rally Banjul Challenge erfuhren, haben sie beschlossen, die Reise anzutreten. Die Idee des alljährlichen Projekts besteht darin, dass jeder Autoliebhaber an der Fahrt Plimut – Banzhul teilnehmen kann und nach Zielankunft in der Hauptstadt Gambias das Auto versteigern kann, dessen Erlös wohltätigen Zwecken zu Gute kommt.


© Foto aus dem Privatarchiv

Bevor sie den afrikanischen Kontinent befuhren, mussten die Freunde unter Anleitung von Roman Kraft und Zeit investieren, um das Fahrzeug entsprechend vorzubereiten. „Der Tiger“, wie die Freunde ihren VAZ 2106 stolz bezeichnen, ist mehr als 20 Jahre alt. Obwohl sie in mehr als einer Nachtschicht den Motor vor Abreise komplett neu saniert hatten, erfolgte die Reise nicht ohne Pannen. Gleich zu Beginn verabschiedete sich in der Nähe von Brest der Vergaser, und kurz vor dem Ziel ist der Schalldämpfer abgerissen, der Kühler leckte, und die Fensterhebel sind abgebrochen.


Roman, Maksim, Iwan und Dmitrij in Venedig/Italien © Foto aus dem Privatarchiv

Am 23. Dezember 2016 ist der „Tiger“ vom Schlossplatz St. Peterburg in Richtung weißrussische Grenze gestartet. Der Start wurde von einer Fangruppe aus Familie und Freunden feierlich begleitet. Das Einzige, was die Reisenden im Gepäck dabei hatten, waren Ersatzräder. Die Reise führte über Weißrussland, Polen, Tschechien, Österreich, Italien, Frankreich. Sie haben sich am Steuer abgewechselt, kaum angehalten und direkt im Auto geschlafen.

In Mauretanien © Foto aus dem Privatarchiv
Das Neue Jahr begrüßt der Sechser-Schiguli in Marokko. Es war nicht mal nötig, die traditionell zu dieser Zeit üblichen Mandarinen zu kaufen, denn dort wachsen sie überall. Klar, dass das Wetter in Afrika eine reichliche Herausforderung darstellte. Die Sahara bescherte dem “Tiger” einen echten Sandsturm, die Sichtweite nach lag nicht über 3-4 Metern. Während der gesamten Reise musste das Team Temperaturunterschiede von 0 bis 30 Grad Celsius aushalten, die größte Hitze erwartete sie in der Westsahara.


In Gambia mit den Zertifikaten von der Benefiz-Rally © Foto aus dem Privatarchiv
“Das Ziel der Reise war nicht unbedingt der Komfort. Eines ist klar: wenn Du mit dem Flugzeug unterwegs bist, siehst Du längst nicht so viele Länder. Das Einzige, was wir ändern würden, würden wir die Reise nochmal wiederholen: mehr Tage insgesamt einplanen.”
Iwan Kotschetygow, Teilnehmer der Banjul Challenge

„Tiger“ in der Sahara © Foto aus dem Privatarchiv
 Kaum dass sie zurück waren, haben die Vier über ihre nächste Reise nachgedacht, inzwischen stehen Ziel und Daten genau fest. Die SCANDINAVIA CHALLENGE startet am 30. Juni dieses Jahres auf dem Schlossplatz, und bereits nach zwei Tagen werden die Jungs im Zelt in der Nähe der finnischen Stadt Kemi übernachten. Wie es den Jungs ergeht, wie genau die nächste Fahrt abläuft, und welches neue Fahrzeug sie gewählt haben, kann man in der Gruppe #CHALLENGEUP erfahren. Das Ziel der Reise ist diesmal Island.

Reisebudget

(alle Summen gesamt, für insg. 4 Personen)

Benzinkosten  (Weißrussland, Polen, Tschechien, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Marokko, Westsahara, Mauretanien, Senegal, Gambia) – 78 355,2 Rubel.

Visakosten (Schengen-Raum, Mauretanien, Gambia) – 87 160 Rubel.

Sonstige Ausgaben (Flug Bahzhul-Moskau, Verpflegung, Hotelkosten, Impfungen, Vorbereitung des Fahrzeugs, Sonstiges) – 288 800 Rubel.

Gesamtkosten für 4 Personen – 454 315,20 Rubel.

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