Die Straßen, denen wir folgen

Mit dem Fahrrad nach Marrakesch
17 März 2017
Im vergangenen Sommer erhielt Miron Iwanow ein Schiffsführerpatent der Kaliningrader Akademie und beschloss, eine Radtour durch die ganze Welt zu machen. "Das sind echt junge Touren, Abenteuer, ein Kopfsprung und die Verwirklichung eines zweijährigen Traums in einem", so beschrieb er die Idee der Reise, die „The Roads We Take“ genannt wurde. Insgesamt reiste der junge Abenteurer über 8.400 Kilometer, überquerte die Alpen, die Sahara, und traf sich nach der Reise in Kaliningrad mit Volontären der FIFA Fußball-WM Russland 2018™. Welcome2018.com erzählt die Geschichte einer beeindruckenden Radtour und teilt die besten Fotos der Reise.
In Barcelona, Spanien. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Im Gegensatz zu den meisten Extremreisenden begann Miron Iwanow seine Reise spontan. Am 1. Juli 2016 hielt er das Diplom der Baltischen Akademie der Fischereiflotte in Händen, ohne zu dieser Zeit irgendwelche Reserven, Dokumente oder auch nur ein Fahrrad zu haben. Trotzdem war der Kaliningrader einen Monat später auf dem Weg.
In Österreich © Foto aus dem persönlichen Archiv

Nach Iwanows Worten war die Entscheidung, seine Heimatstadt zu verlassen, nicht so leicht. Irgendwann fingen die Vorbereitungen an, endlos zu werden. "Alles scheint in Bewegung zu sein, aber man findet kein Ende", schrieb er in seinem Tagebuch. Am Ende machte sich Miron spontan auf den Weg, in Eile, gegen Abend, nach einer zwei Tage dauernden Party. In diesem Moment hatte er erkannt, dass es, wenn er nicht sofort startete, später unmöglich werden würde.
In Polen © Foto aus dem persönlichen Archiv

Der erste Post erschien am 30. Juli in der Internet-Community „The Roads We Take“ und ergab sofort eine optimistische Stimmung für die ganze Reise. Iwanow schrieb: "Ich habe Leute gesehen, die in Kleinbussen, Bussen, teuren Autos weinen, aber wisst ihr, ich habe niemals jemanden gesehen, der auf einem Fahrrad weint." Weiter wird das Tagebuch alle auf der Reise vorkommenden Ereignisse erschöpfend aufzeichnen.
In Österreich © Foto aus dem persönlichen Archiv

Schon in seine Heimatstadt zurückgekehrt, gestand Iwanow: "Es ist sehr schwierig, alles zu beschreiben, was mir während dieser Reise passiert ist, denn es gab jeden Tag tolle Erlebnisse, jeden Tag war ich glücklich, weil es so lief."
In Italien © Foto aus dem persönlichen Archiv

Aufgeregt oder besorgt war Iwanow wirklich sehr selten. Gastfreundliche Besitzer warteten überall auf ihn, von denen viele selbst reisten. In Polen wurde er mit Pizza und leckerem Frühstück gefüttert, in der Tschechischen Republik mit Geschichten über Äthiopien unterhalten und in Frankreich mit Austern in Zitronensaft bewirtet.
In Deutschland. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Einer der lebhaftesten Eindrücke ergab sich für Iwanow in Deutschland. Auf dem Weg von München nach Innsbruck traf er einen Einheimischen, der sich für Gleitschirmfliegen interessierte. Bereits am Tag nach dem Treffen kletterten sie über den 800 Meter hohen Berg und sprangen im Tandem mit einem Schirm.
In Polen © Foto aus dem persönlichen Archiv

Als endgültiges Ziel der Reise war Barcelona geplant, aber alles änderte sich unterwegs und der 21-jährige Miron beschloss, nach Afrika zu fahren. Es passte perfekt zu einer seiner Maximen: "Der ideale Weg, eine Reise zu machen, ist die Abwesenheit eines Plans. Im Prozess wirst du verstehen, was dir am nächsten ist und was du tun sollst."
In Österreich © Foto aus dem persönlichen Archiv

Fast jeden Schritt nahm der Kaliningrader auf Video auf und teilte es mit den Abonnenten seines Accounts bei „VKontakte“. Die mehr als tausend Abonnenten erlebten mit ihm unerwartete, angenehme Bekanntschaften, beobachteten den Fahrradzusammenbruch und erlebten eines Tages, als er in Marokko war, die Krankheit des Reisenden.
In Marokko © Foto aus dem persönlichen Archiv

Für die ganze Reise verbrauchte Miron etwa tausend Euro, und wie er versichert, ließ er es sich an nichts fehlen. Die Unterkunft fand er mit Hilfe von sozialen Netzwerken für Reisende oder er stellte sein Zelt in Stadtparks. Es gelang ihm überall und auch in Marokko, Geld zu verdienen, Iwanow nahm auch an einer Massenszene eines lokalen Films teil.
In der Tschechischen Republik. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Die ganze Zeit, und die Reise dauerte mehr als vier Monate, warteten Eltern und Freunde auf Miron. Am Tag der Rückkehr nach Hause arrangierten Radfahrer ein Treffen für ihn auf einem Platz und sogar Fremde kamen dorthin. Nach seinem Prinzip plant Iwanow keine neue Reise im Voraus, aber in naher Zukunft muss er das Fahrrad reparieren und wird dann vielleicht wieder auf die Straße gehen, ohne den Weg zu wählen.

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