Geschichte eines Bildes: Absturz vom Tritt des Zugs nach Europa

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24 August 2016
Das Bild zeigt einen der beliebtesten Torhüter in der russischen Geschichte, Aleksander Filimonow. Das Bild wurde ein paar Augenblicke nach dem unangenehmsten Moment in der Karriere des Torhüters aufgenommen, es ist schwer vorstellbar, was in diesem Moment in der Seele des Torwarts passiert...

Im Oktober 1999 fand vielleicht das dramatischste Spiel in der Geschichte des russischen Fußballs statt.

Das Qualifikationsturnier der Europameisterschaft 2000 begann die russische Auswahl äußerst erfolglos - mit drei Niederlagen. Aber dann gab es einen sensationellen Sieg im "Stade de France" über den amtierenden Weltmeister (und zukünftigen Europameister) - die Franzosen.

Dieser Sieg war einer der wichtigsten für die russische Auswahl - nach dem Erfolg gewann die Nationalmannschaft wieder den Respekt der Fans, der in den vorausgegangenen Jahren stark untergraben worden war. Die Auswahl fing wieder an, volle Tribünen zu erreichen.

Der Torwart Aleksander Filimonow während des Qualifikationsspiels der Europameisterschaft 2000 Russland - Ukraine. Moskau, 9. Oktober 1999.
Zur Endrunde des Qualifikationsturniers entwickelte sich folgende Situation in der Gruppe: Die Ukraine war an der Spitze, Russland und Frankreich lagen um einen Punkt dahinter, aber die Russen hatten die bessere Tordifferenz.

Und in der letzten Runde traf die Auswahl Russlands im überfüllten "Luzhniki-Stadion" auf die Mannschaft der Ukraine. Die Russen brauchten nur einen Sieg: es half nicht, auf das Scheitern Frankreichs im Heimspiel gegen Island zu zählen.

Und alles lief einem glücklichen Ende zu: das Spiel war schwierig, aber die Gastgeber dominierten. Mit dem Beginn der zweiten Halbzeit kamen positive Nachrichten aus Frankreich - da erspielten die Isländer unerwartet zwei Tore und erzielten den Ausgleich. Aber, nicht lange. Gleichzeitig mit dem, was die Franzosen schafften, gelang es den Russen schließlich, das Tor von Schowkowskij zu öffnen - Walerij Karpin erzielte ein Freistoßtor.

Das Land erstarrte in Erwartung eines Triumphs. Aber zwei Minuten vor dem Ende der regulären Zeit passierte etwas, was allen russischen Fans noch vor Augen ist.

In der 87. Minute erhielt die Auswahl der Ukraine das Recht auf einen Freistoß fast in der Mitte des Feldes, näher an der Seitenlinie. Andrej Schewtschenko schoss nicht direkt aufs Tor, sondern machte einen Steilpaß vor das Tor, der sich als schicksalhaft herausstellte - der russische Torhüter Aleksander Filimonow fing den Ball, verlor aber sein Gleichgewicht und fiel zusammen mit ihm ins Tor.

Erst nach fast zehn Jahren haben ihm Nahestehende das Geheimnis dieser Episode offenbart. Wie sich herausstellte, war der Torhüter aus familiären Gründen in einer sehr schwierigen psychischen Situation, aber der Cheftrainer Oleg Romantsew wusste es nicht. Vielleicht, hätte er den Einwechselspieler Ruslan Nigmatullin eingesetzt, der Europameister von 2000 hätte ein anderer werden können.

Zu guter Letzt hat die Auswahl der Ukraine auch nur wenig vom Schuss von Schewtschenko profitiert. Der zweite Platz erlaubte es den Ukrainern, an den Relegationsspielen teilzunehmen, aber Erfolg hatten sie nicht. In den Relegationsspielen konnte die Mannschaft von Valerij Lobanowskij die Mannschaft von Slowenien nicht schlagen. So kamen die Franzosen vom ersten Gruppenplatz nach Belgien und Holland, wo sie Gold gewannen.

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