Die Geschichte eines Fotos: der Sieg von ZSKA im UEFA-Pokal

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18 Mai 2016
Fußballspieler des FC ZSKA feiern den Sieg im Finale des UEFA-Pokals, Stadion „Jose Alvalade“, Lissabon, Portugal, den 18. Mai 2005. © Clive Mason/Getty Images

Der 18. Mai 2005 bleibt den russischen Fußballfans lange im Gedächtnis. Der Moskauer FC ZSKA gewann eine der begehrtesten europäischen Trophäen – den UEFA-Pokal.

Der Weg zum Sieg war lang. Am Anfang dieses Weges war es sogar schwer zu glauben, dass es möglich ist, ihn zu gehen, geschweige denn zu gewinnen. Die Frühlingsspiele waren besonders schwer. Aber die gefährlichste Episode war das Spiel am Stadion „Lokomotiv“ gegen den italienischen FC „Parma“.

Es endete mit einem eindeutigen 3:1-Sieg von ZSKA. Die Mannschaft zog ins Finale des UEFA-Pokals ein und bereitete sich auf das Spiel mit der portugiesischen Mannschaft „Sporting“ vor. Aber es stellte sich heraus, dass das Schicksal des russischen Clubs in dem Wettkampf dieser Saison von ….. einem Knaller entschieden werden konnte, der von Fans auf das Feld während des Spiels geworfen wurde. Der Knaller explodierte nicht weit von dem Torwart von „Parma“. Das Spiel wurde nicht unterbrochen, aber dieses Ereignis wurde zur Grundlage für einen Protest. Das Management der Italienischen Mannschaft verlangte, ZSKA eine technische Niederlage zu erklären und das Finale mit „Sporting“ abzusagen.

Generaldirektor des FC ZSKA Roman Babajew: „Völlig unerwartet, als wir schon in Lissabon waren, fanden wir heraus, dass „Parma“ einen Protest gegen das Spielergebnis eingereicht hatte. Als Beweisgrundlage diente eine ärztliche Bescheinigung einer der Moskauer Kliniken. Sie bestätigte, dass der Torwart Luca Bucci ein ernsthaftes Trauma erlitten hatte. Wir hatten nur eine Nacht, um das Problem zu lösen. Es gelang uns, die Telefonnummer des Leiters der Klinik zu bekommen, die die Bescheinigung ausgestellt hatte, er setzte alle Hebel in Bewegung, im die Ärzte zu erreichen, die während des Spiels Bereitschaftsdienst hatten. Es stellte sich heraus, dass die Bescheinigung eine Fälschung war, und um 3 Uhr morgens hatten wir ein Dokument, das Parmas Bescheinigung offiziell widerlegte. Nachdem wir dieses Dokument einreichten, wurden wir von allen Vorwürfen freigesprochen“.

Das Finale „Sporting“ gegen ZSKA fand in Lissabon statt, auf dem Heimstadion der russischen Rivalen „Jose Alvalade“. Die Spannung war unglaublich. Igor Akinfeew, Torwart der russischen Mannschaft: „Wenn man aus dem Raum unter den Tribünen kommt, sieht man den UEFA-Pokal, die überheblichen Gesichter der 45 Tausend Zuschauer und des Gegners, da fühlt man sich schon ungemütlich“. 

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Die erste Halbzeit war kein Erfolg für die Moskauer Mannschaft: man ging mit 1:0 in die Pause. Aber danach kehrte das Team in einer völlig anderen Stimmung aufs Feld zurück. Das war in großem Maße das Verdienst des Trainers Walerij Gasaew. Er schaffte es, die richtigen Worte zu finden, um die Spieler zu unterstützen und zu begeistern. Schon weniger Minuten später schoss Alexej Beresutskij das erste Tor. Er köpfte, der Ball prallte von dem Boden ab und flog ins Tor! 10 Minuten später unternahm Jurij Shirkow ein riskantes aber erfolgreiches Manöver und schoss den Ball zwischen den Beinen des Torwarts ins Tor. Das Ergebnis wurde von Vagner Love entschieden, der das letzte dritte Tor schoss.

„Ich erinnere mich immer noch an meine Gefühle – das kann man mit nichts anderem vergleichen. Einer der glücklichsten Tage des Lebens! – gesteht der Generaldirektor von ZSKA Roman Babajew. – Das Spiel war erfolglos am Anfang, und als Beresutskij das erste Tor schoß, atmete ich auf, dass es keine deklassierende Niederlage sein wird. Was danach passierte, weiß ich nicht mehr genau. Ich konnte es nicht glauben, ich war von Emotionen völlig überwältigt. Fast die ganze Tribüne, wo Vertreter des FC ZSKA und unsere Fans saßen, sah sich den Rest des Spiels stehend an. Aber nicht von der 80. Minute, sondern vom Alexejs Tor“.

So gewann der FC ZSKA mit 3:0 zum ersten Mal  in der Geschichte des russischen Fußballs die europäische Trophäe. Der 18. Mai 2005 ist wirklich einer der wichtigsten Tage für den russischen Fußball. 

Maria Waschtschuk

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