Eine Welt ohne Visa

Die Geschichte des Autors einer erstaunlichen Weltumrundung
09 Februar 2017

Walerij Schanin ist ein professioneller Reisender aus Moskau. Im Alter von 55 Jahren hatte er drei Weltumrundungen hinter sich, seine eigene "Autostopschule", Dutzende von Filmen und Büchern über die Länder der Welt auf seinem Konto. Das Know-how von Schanin - "Eine Welt ohne Visa", eine Weltumrundung durch die Länder, die keine speziellen Durchreisegenehmigungen verlangen.


Walerij Schanin in Nepal. © Foto aus dem persönlichen Archiv
Schanin fing mit Kamtschatka an, zu reisen. Im Jahr 1982, während des Studiums an der Physik-Fakultät der Moskauer Staatlichen Universität, sah er eine Ankündigung über die Rekrutierung von Arbeitern für eine Sommer-Expedition. Die Berge, der Ozean und das Gras von unglaublicher Höhe machten auf den Studenten einen Eindruck fürs ganze Leben. Vierundzwanzig Jahre später gestand Schahin, als er sich an die erste Reise erinnerte, dass er nach 100 besuchten Ländern und mehr als 20 verfassten Reiseführern und Büchern nie wieder so etwas wie Kamtschatka gefunden hatte. 

Der erste Vulkan, auf den Schanin stieg, war der Awatschinskaja Sopka. Er hätte auch der letzte bleiben können. Der Weg zur Spitze des Vulkans führte durch ein militärisches Trainingsgelände. Kaum betrat er es, wurde Schanin von der Kanonade fast betäubt. Der Klang der Geschütze erschreckte die Bären, in Angst liefen sie vom Berg und nur durch ein Wunder trafen sie den Studenten nicht. Als er den Weg fortsetzte, traf Schanin Geologen, die vom Sopka herabstiegen. Sie rieten, den Aufstieg zu verschieben, da ein Regenguss kam. Schanin kletterte trotzdem zur Spitze des Vulkans und ... verlor sich sofort in den Wolken. Glücklicherweise gelang es dem Reisenden, in die richtige Richtung zu gehen, aber auf dem Weg kam er in ein schweres Gewitter. Dieser laute und nasse Sommertag ist Schanins Lieblingserinnerung an Kamtschatka.


Schanin im Himalaya. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Nach dem Absolvieren der Fakultät für Physik interessierte sich der zukünftige Reisende für die immaterielle Lebenssphäre. Dies führte ihn zu einer zweiten Hochschulbildung, zur Fakultät für Psychologie. Im Jahre 1991 absolvierte Schanin die Fakultät für Psychologie der Moskauer Staatlichen Universität, gleichzeitig mit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Die Öffnung der Grenzen veränderte das Schicksal des zukünftigen Gurus der Reise. Im selben Jahr ging er in die USA, und drei Jahre später veröffentlichte er sein erstes Buch "Hitch-Hiking: per Daumen durch die USA und Europa".

Im 1995 Jahr war die Haupttätigkeit von Schanin bereits das Reisen. Unter seiner Führung arbeitet „die Moskauer Autostopschule“ an der Moskauer Staatlichen Universität, ein Reiseverein mit über tausend Mitgliedern. Der Verein veröffentlicht Bücher und Reiseführer, die die Geographie der Reisen von der Antarktis bis Tschukotka umfassen.


Walerij Schanin vor dem Hintergrund der Steine ​​der Aphrodite, Zypern. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ging Schanin das erste Mal auf eine Weltreise. Seiner Aussage nach ist dies eine der sparsamsten Weltumrundungen in der Geschichte: für die gesamte Reise, die 1080 Tage dauerte, wurden nur 280 Dollar ausgegeben. Der Reisende verbrachte die Nächte in Fabriken, Werken, Schulen, Kindergärten, Kirchen, Dorfhäusern, auch das Essen fand er dort. Der Reiseplan der ersten Umrundung: Mongolei, China, Laos, Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Osttimor, Australien, Neuseeland, Argentinien, Chile, Peru, Ecuador und schließlich Russland.


Schanin in der indischen Wüste Wadi Rum. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Im Jahr 2007 ging Schanin auf die zweite Weltreise. Diesmal war es das Ziel, die Erde in minimaler Zeit zu umrunden. Da die Finanzen nicht eingeschränkt waren, kam er 10mal schneller voran. Schanin kehrte nach 108 Tagen nach Hause zurück. Beide Reisen beschrieb der Autor ausführlich in seinem Buch „Rund um die Welt für 280 Dollar“ und im Film „Eine Tour rund um die Welt“.


Im Kloster von San Ignacio - einem UNESCO-Denkmal, in der Provinz Missiones im Norden Argentiniens. © Foto aus dem persönlichen Archiv
Als er nach Hause zurückkehrte, dachte Schanin daran, seine Karriere als Weltreisender zu beenden.

Die Idee einer "Welt ohne Visa", ein einzigartiges Projekt, änderte alles. Als eines der Hauptprobleme auf Reisen sah Schanin die Kommunikation mit den Bürokraten, den Besuch von Botschaften und Konsulaten, die viel Zeit und Mühe erforderten. Die Entscheidung, die ihm in den Sinn kam, ist einfach und effektiv - nicht in Visa-Länder zu reisen. Das Konzept umzusetzen, war eine neue Herausforderung. Für Walerij war es die dritte, eine  visumfreie Weltreise, durch 38 visafreie Länder in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten, Südostasien, Ozeanien, Südamerika und den Westindischen Inseln.

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