Natürlicher Tausch

Der reisende Friseur schneidet Menschen auf der ganzen Welt die Haare
03 Februar 2017
Denis Yushin ist ein Krasnojarsker Reisender und der Autor des Buches "Motobarber". Er schneidet Menschen unter extremen Bedingungen die Haare: unter Wasser, in der Luft, auf einem Motorrad und sogar auf einem erwachenden Vulkan. Man muss sich bei dem Meister ein paar Wochen vorher anmelden. Yushin reist auf einem Motorrad, der Extremfriseur ließ in mehr als zehn Ländern Hunderte von frisierten Köpfen hinter sich zurück.

Juschins Geschichte begann vor sieben Jahren, als der 24-jährige Sibirier endgültig von seinem Beruf enttäuscht war. Ich war nicht zufrieden mit der Arbeit eines Ingenieur-Architekten in der Inspektionsabteilung für Gebäude und Anlagen", sagt Yushin auf seiner Seite in "VKontakte". - Ich kam auf die Idee, dass ich, wenn ich Friseur werde, ein gewisses Maß an Professionalität und Popularität erreiche, auf eine Weltreise gehen kann und mir nützliche Fähigkeiten entwickeln."

Denis Yushin und seine Klienten auf der Insel „Russkij“. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen fünf Jahre. Die endgültige Entscheidung traf der Krasnojarsker, inspiriert von der Geschichte von Sergej Balowin: der Künstler aus Shanghai wurde für sein Projekt „Natürlicher Austausch“ bekannt. Im Jahr 2011 begann er, seine Werke in Geschenke zu verwandeln und 2013-2014 machte er ohne Geld eine Weltreise.


Während der Arbeit in den Hadzhiran Steppen. © Foto aus dem persönlichen Archiv


Nach Japan ging Yushin nach Südkorea, wo er zwei Wochen lang als Hilfsarbeiter arbeitete. Nachdem er Geld gespart hatte, ging der Friseur auf die Philippinen, dann nach Vietnam, Brunei, Laos, Thailand, Indonesien und flog bis April 2016 nach Malaysia. Yushin fand in allen Ländern immer Kunden, und allein in Muin, einer kleinen Stadt im Südosten Vietnams, wandten sich 90 Menschen an ihn.
Yushin schneidet Menschen auch unter Wasser die Haare. © Foto aus dem persönlichen Archiv
In Malaysia hatte der Friseur Pech, bei einer Übernachtung in Kota Kinabalu wurde ihm ein Rucksack mit Dokumenten, Geld und Werkzeug gestohlen. Ein paar Tage in der örtlichen Polizeistation machten Yushin zu einer lokalen Sehenswürdigkeit, für seinen extravaganten Stil wurde er Conor McGregor genannt (irischer Kampfsportler in der Federgewichtsklasse der UFC - Welcome2018) und es wurde ihm scherzend ein Sparringkampf angeboten. Zehn Tage später gelang es dem Krasnojarsker, nach Hause zu fliegen. Ihm halfen Freunde, sowohl alte als auch auf der Reise gefundene, und die russische Botschaft.

Haarschnitt am Strand des Iwan-Sees. © Foto aus dem persönlichen Archiv

Yushin lebt heute in Krasnojarsk, hält Vorträge über Vernetzung und verwaltet seinen noch im Jahr 2013 eröffneten Friseursalon. Auf seine Reisen hat er nicht verzichtet. Während der Friseur nach Südostasien fuhr, überführten seine Freunde sein Motorrad vom Liegeplatz Korsakow auf Sakhalin bis nach Wladiwostok. Eben dort begann Yushin Ende Mai 2016 seine Motocross-Tour durch Russland, die er in Kaliningrad zu beenden plante. Aber er war gezwungen, in der Heimatstadt wegen einer Motorrad-Reparatur anzuhalten.

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