Zu Fuß in die Geschichte

Der Petersburger Sergej Lukjanow geht zwei Jahre lang um die Welt
27 Januar 2017


© Foto aus dem persönlichen Archiv von Sergej Lukjanow

Sergej Lukjanow ist ein Extremsportler aus St. Petersburg. Er widmete sein Leben dem Gehen über längste Distanzen. Der Petersburger hat 1350 Starts, ein Rekord in der UdSSR und Russland, hinter sich. Im Jahr 2015 begann Lukjanow die längste Distanz in seiner Karriere, in zwei Jahren wird er eine Rundreise beenden. Am 4. Februar wird er das Ziel erreichen.

Lukjanow verließ den Palastplatz von St. Petersburg am 1. April 2015 mit einem Schuss von der Narischkin Bastion. In den ersten paar Minuten ging er nicht allein: Die TV-Journalisten gingen ein wenig voraus, Sportler, seine Unterstützungsgruppe, folgten. So hat die einzigartige Weltreise begonnen: Um sie in zwei Jahren zu schaffen, muss Lukjanow nicht weniger als 45 km pro Tag gehen.

Sergej geht professionell seit er 13 Jahre alt war. Im Alter von 24 Jahren wurde er Meister des Sports, und im Alter von 33 Jahren setzte er seinen persönlichen Rekord - 207 km pro Tag. Das Alter hindert einen 60-jährigen Athleten nicht daran, jedes Jahr extreme Distanzen zu überwinden.


In Wladimir, neben der Uspenski-Kathedrale. © Foto aus dem persönlichen Archiv von Sergej Lukjanow

2008 ging der Petersburger in 10 Tagen durch Finnland, 2009 ging er rund um das Marmarameer und das Asowsches Meer, 2011 überwand er 1000 km in Sizilien in zwei Wochen. 2013-2014 folgten zwei Wanderungen durch Europa, insgesamt waren es 5500 km innerhalb von 107 Tagen.



Der Wanderer überdenkt eine Strecke durch den europäischen Teil Russlands. © Foto aus dem persönlichen Archiv von Sergej Lukjanow

Wie Lukjanow erzählte, dachte er oft über die Weltreise nach. Die endgültige Entscheidung wurde am 1. Januar 2015 getroffen. Im April hatte er den Garten für zwei Jahre im Voraus umgegraben, das Gras auf dem Gelände gemäht und mit dem Segen seiner Frau sich auf den Weg gemacht.


Lukjanow ist nicht der erste Reisende, der zu Fuß die Welt umrunden will. Im Jahr 2009 hat der japanische Programmierer Masahito Yosсhida seinen Job gekündigt, um rund um die Erde zu gehen. Yosсhida ging im Gegensatz zu Lukjanow mit einem 50-kg- Wagen. Die Reise endete erfolgreich - in 4,5 Jahren durchquerte der Japaner vier Kontinente und kehrte nach Hause zurück.

Mit einem Wagen und einem Labrador ging der ukrainische Überlebensexperte Sergeij Gordijenko rund um die Erde. Doch nach 16 000 km musste der Hund nach Hause geschickt werden: der Labrador überlebte nur knapp einen Kampf mit einem Wolfsrudel.

Als einer der berühmtesten Fuß-Reisenden gilt Jean Béliveau. Seit 11 Jahren hat der Franko-Kanadier 64 Länder besucht und hat mehr als 76 000 Kilometer bewältigt. Auf dem Weg verdiente er keinen Cent: Die Kampagne wurde von den Vereinten Nationen gefördert, und die Flugtickets wurden ihm kostenlos gegeben.

Im Gegensatz zu anderen berühmten Reisenden geht Sergey Lukjanow unbeschwert, den traditionellen Wagen ersetzt ein üblicher Touristenrucksack. Darin sind ein leichter Schlafsack, Einweg-Socken, eine Daunenjacke, "Snickers" und Coca-Cola.


Soda als Basis der Nahrungsration ist das Know-how des Extremwanderers. © Foto aus dem persönlichen Archiv von Sergej Lukjanow

Den regelmäßigen Verzehr von Snacks und Soda erklärt Lukjanow so: „Ein Glas Cola reicht, um fünf Kilometer voranzukommen, „Snickers“- bis zehn Kilometer.  Sie sind kalorienreich und kompakt. Wenn man liegt und Cola trinkt, ist das ungesund, aber wenn du dich bewegst, ist das das Nötigste ...“



Sergej mit einer Unterstützungsgruppe. © Foto aus dem persönlichen Archiv von Sergej Lukjanow

Die Reise hat Lukjanow dem 70. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg gewidmet. Geld von Sponsoren erwartet er nicht, er zählt auf ehrliche, offene Leute, denen er sein ganzes Leben begegnete. Seine Bewunderer fordert er auf, fremde Länder nicht nach Stereotypen, sondern nach persönlicher Erfahrung zu beurteilen. Lukjanow spricht keine Fremdsprachen, aber kommuniziert mit den Bewohnern des ganzen Planeten. Auf seinem T-Shirt steht in sieben Sprachen geschrieben: „Ich laufe um die Erde.“ 

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