Der lange Weg nach Hause

Nach Jakutien auf Fahrrädern
03 März 2017
Nikolaj Pawlow und Alexandr Wigand fuhren 111 Tage auf dem Fahrrad, um von Moskau ins heimische Mirnij zu kommen. Als Unterstützungsgruppe kamen in einem alten Ford Focus die Schwester von Pawlow, ihr Freund aus Kanada und der Hund mit. Die interessantesten Geschichten und Bilder von der Reise durch 14 Regionen Russlands gibt es bei Welcome2018.com.

Am 12. Mai verabschiedete man die Teilnehmer der Radtour Moskau – Mirnij an der Russischen Universität für Freundschaft der Nationen. Die Radfahrer Nikolaj Pawlow und Alexandr Wigand planten, in 125 Tagen in die Diamanten-Hauptstadt Russlands zu kommen, dabei halfen die Schwester von Pawlow, Tujara, der kanadische Reisende Andrew Bugarts und der Cardigan Welsh Corgi-Welpe Pastuschok.
Denkmal für den Morozow-Streik. © Foto aus dem persönlichen Archiv
Der erste Aufenthalt war bei Orechowo-Zuewo - der Wiege des russischen Fußballs. Hier wurde 1909 der erste russische Fußballclub "Znamja Truda" gegründet. Die Reisenden selbst zeigten mehr Interesse an der Geschichte des Morozow-Streiks, eines der größten Streiks des russischen Reiches. Die Touristen wurden von der örtlichen Verwaltung herzlich willkommen geheißen, sie wurden in gemütlichen Zimmern eines lokalen Hotels untergebracht.
Im Laden für Teeglashalter in Wladimir. © Foto aus dem persönlichen Archiv
Der nächste große Halt war Vladimir - hier trafen sich die Reisenden mit Freunden, die speziell aus Iwanowo kamen. Die schöne, lebendige Stadt gefiel den Touristen, und einen besonderen Eindruck hinterließ ein Laden für Teeglashalter. Unweit von Wladimir, in Wjazniki, erlebten sie eine unglaubliche Show, ältere Dorfbewohner kamen mit einem Pferdewagen zum Laden!
In Wjazniki © Foto aus dem persönlichen Archiv
"In Wjazniki gesteckt " – scherzten die Radfahrer unter sich, als der alte Ford Fokus in der Region Wladimir eine Panne hatte. Nachdem sie einen Tag für die Reparatur gebraucht hatten, fuhren die Reisenden nach Nizhnyj Nowgorod, wo sie die Nacht in einer Sportschule verbrachten und dann nach Lyskow abreisten.
Blick auf die Wolga aus Lyskow. © Foto aus dem persönlichen Archiv
Lyskow ist die erste Stadt, die die Gäste mit einer traditionellen Karawane begrüßte. "wir wurden wie Präsidenten begrüßt", teilten sie auf der Seite der Reise in VKontakte. Die Stadt selbst war sauber, gepflegt und ordentlich und die Leute waren offen und freundlich. Den Reisenden wurde nicht nur in einem lokalen Sportkomplex Unterkunft gewährt, sondern sie wurden auch verpflegt, die Sauna wurde angeboten, und auch eine Stadtrundfahrt gemacht. Lyskow beeinflusste die Stimmung der Reisenden stark, in ihrem Blog schrieben sie: "Die Stärke unseres Landes liegt in den Menschen. Achtet auf einander und seid gütig. Gemeinsam versetzen wir Berge.“
Blick auf die Wolga aus Lyskow. © Foto aus dem persönlichen Archiv
Die nächste Region der Reise, Tschuwaschien, prägte sich den Jungs durch das Biermuseum ein. Bier ist ein nationales tschuwaschisches Getränk, das früher in jeder Familie gebraut wurde, sofort in riesigen Fässern. Traditionelles tschuwaschisches Bier hat nichts mit modernem Bier zu tun, es wird nicht länger als 19 Stunden gelagert, löscht Durst, und sogar Kinder können es trinken.

Von Tschuwaschien aus kamen die Reisende in Tatarstan an. "Kazan ist eine Stadt, die man im Original gesehen haben muss, nicht nur auf Fotos", sagte die Expeditionsleiterin Tujara Pawlowa. "Kontraste bei jedem Schritt. Hier sind bunte Bauten mit tatarischen Mustern und daneben befinden sich die „kleinen Niederlande“, so nannte ich für mich ein kleines Wohngebiet im Zentrum, neben dem Kreml-Ufer. "Die Leute sind hier natürlich einfacher. Und wenn „Leningrad“ singt, in St. Petersburg muss man trinken, dann muss man in Kazan wohnen. Und es ist auch schön zu trinken."
Das Dorf Wurmankas-Aslamasy, Tschuwaschien. © Foto aus dem persönlichen Archiv
In Baschkirien herbergte das Kinderlager "Orljonok“ die Reisenden und ein wenig später nahm der Kanadier Andrew aktiv am Sabantuj-Feiertag teil, er sprang beim Sackhüpfen, kämpfte auf einem Baumstamm sitzend mit Sandsäcken, und trank Wodka.

Nachdem sie Ufa und Tscheljabinsk durchfahren hatten, erreichten die Radfahrer Jekaterinburg. Hier streikte noch einmal das Auto und die Reisenden ersetzten schließlich die üblichen Stadtfahrräder durch Touring-Modelle. Nach 120 Kilometern kamen die Jungs in die Siedlung Oktjabrskij - eines der Zentren des russischen Skisports. Und die lokalen Skiläufer begleiteten die Touristen, natürlich auf Fahrrädern.

Nur für einen Tag hielten die Fahrradtouristen in Tjumen, der ersten russischen Stadt in Sibirien. Während dieser Zeit gelang es ihnen, einer lokalen Zeitung ein Interview zu geben, die regionalen Spiele "Tjumenskije prostori" zu besuchen und sich mit dem Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele, dem Boxer Wladimir Tscheboksarow zu treffen.
Baikal © Foto aus dem persönlichen Archiv
Der nächste große Aufenthalt war der Baikal. Streng genommen ging die Strecke daran vorbei, aber die Reisenden waren zu nahe, um nicht hinzufahren und den tiefsten See des Planeten anzusehen. Für die Erholung wählten sie den Strand Sljudjanka, von hier ist es am bequemsten, nach Irkutsk zu kommen.

Am 1. August flog Andrew nach Hause, sein russisches Visum lief ab. Ein neuer Fahrer für das Begleitungsfahrzeug wurde in Ufa gefunden, das war Tatjana Medwedewa. Die symbolische Übergabe der Autoschlüssel haben die Jungs auf Video aufgenommen.
Mirnij © Foto aus dem persönlichen Archiv
Der letzte Monat der Reise hat sich den Touristen durch die Straßen, ein neuntägiges Warten auf den Lastkahn und die folgende fünftägige Fahrt auf der Lena eingeprägt. Nach Mirnij kam das Team am 29. August, es wurde von den Eltern, den Medien, der Stadtverwaltung, lokalen Radfahrern, Schülern und Studenten begrüßt.

Nach der Reise organisiert das Team von “The Long Way Home“ Ausstellungen der Reisefotos und bereitet sich auf eine neue Expedition im Sommer 2018 vor. Folgen Sie ihrem Schicksal und erfahren Sie von den nächsten Ausstellungen auf der Mannschaftsseite команды "The Long Way Home: die Fahrradtour Moskau-Mirnij“.

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