Die großartige Acht

Die interessantesten Fakten aus der Geschichte der Nationalmannschaften, die am KP-2017 teilnahmen
07 Februar 2017

Am 5. Februar wurde der letzte Teilnehmer des FIFA Konföderationen-Pokals 2017 bestimmt. Das ist die Nationalmannschaft von Kamerun, der Gewinner des Afrika-Pokals. Außerdem werden die Mannschaften aus Russland, Australien, Deutschland, Mexiko, Neuseeland, Portugal und Chile am "Meisterturnier“ teilnehmen.

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Russland ist Gastgeber des Turniers

Das Gastgeberland des Konföderationen-Pokals nimmt zum ersten Mal am Turnier teil. Die russische Auswahl hat jetzt eine Periode der globalen Erneuerung: Das Trainerstab lädt neue Spieler ein, und viele Veteranen, deren Positionen seit vielen Jahren als unerschütterlich angesehen wurden, wurden nicht aufgestellt.

Die Teilnahme am Konföderationen-Pokal vor der Heim-Weltmeisterschaft wird eine wichtige Etappe in der Vorbereitung der russischen Auswahl sein, die alles auf 2018 setzt. Das ganze Land erwartet, dass die Mannschaft in der internationalen Arena erfolgreich sein wird, was in der sowjetischen Ära oft so war.

Die UdSSR-Mannschaft spielte regelmäßig bei Weltmeisterschaften mit. Die Mannschaft hatte fast immer das Gruppenturnier geschafft, aber in den Playoffs gelang es ihr nicht, weiter zu kommen.

Der größte Erfolg war der 4. Platz bei den Weltmeisterschaften 1966. Damals spielten Albert Schesternew, Walerij Woronin, Slawa Metreweli für die UdSSR, und im Tor stand der legendäre Lew Jaschin.


Die russische Nationalmannschaft als Gastgeberin der WM 2018 ist vom Qualifikationsturnier befreit, so dass der Konföderationen-Pokal die letzte Chance für sie ist, ihre Kräfte bei einem großen Turnier zu testen. © Walerij Scharifulin / TASS
 

Im Jahr 1956 gewannen sowjetische Fußballer bei den Olympischen Spielen in Melbourne und vier Jahre später gewannen sie die erste Europameisterschaft in der Geschichte. Zur damaligen Zeit war an den Konföderationen-Pokal noch nicht einmal zu denken.

Die UdSSR-Nationalmannschaft bleibt nach wie vor eine der erfolgreichsten Mannschaften der Europameisterschaften: Nach 1960 nahm sie drei Mal am Finale (1964, 1972, 1988) teil, aber das Hauptspiel zu gewinnen, gelang nicht mehr.

Im Jahr 2008 wurden die Russen Bronzemedaillengewinner bei den Europameisterschaften, was bisher der einzige große Erfolg im neuen Jahrhundert blieb. Die Nationalmannschaft nahm an den Endrunden der EM-2012, der WM-2014 und der EM-2016 teil, aber bei keinem der Turniere kam sie über die Gruppenphase hinaus.

Im August 2016 übernahm der Trainer Stanislaw Tschertschesow, der ein Jahr zuvor die polnische "Legia" zum goldenen Doppel geführt hatte, die Mannschaft.

Deutschland ist Weltmeister

Das Zitat des berühmten englischen Stürmers Gary Lineker, „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen“, beschreibt perfekt die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft.

Durch den Sieg bei der WM 2014 verringerten die Deutschen den Rückstand zu den Brasilianern in der Titelanzahl auf ein Minimum. Auf der Rechnung Deutschlands sind vier WM-Goldmedaillen, fünf bei den Brasilianern.

Die Deutschen haben jedoch vor Brasilien einen Vorsprung bei anderen Indikatoren. Auf ihrer Rechnung sind acht Endspiele, was eins mehr ist als bei den fünffachen Meistern. Sie sind auch nach der Gesamtzahl der Preise vorn - 12 (4 Gold, 4 Silber und 4 Bronze) gegen 9 (5-2-2).


Bei der Europameisterschaft in Frankreich wurde die deutsche Nationalmannschaft als der Hauptfavorit bezeichnet, sie musste sich aber mit Bronze zufriedengeben. © Aleksander Demjantschuk / TASS
 
Nicht weniger erfolgreich spielt die deutsche Nationalmannschaft auch auf europäischer Ebene. Mit drei Gold-, drei Silber- und drei Bronze-Medaillen ist Deutschland der absolute Favorit der Europameisterschaften.

Bei der letzten Europameisterschaft wurde die Mannschaft von Joachim Löw als unumstrittener Favorit angesehen, verlor aber im Halbfinale gegen die Gastgeber - die Franzosen, was für viele eine große Überraschung war.

Trotz solch eindrucksvoller Medaillensätze erreichte Deutschland beim FIFA Konföderationen-Pokal nicht viele Erfolge. Im Jahr 1999 kamen die Deutschen über die Vorrunde nicht hinaus und im Heimturnier im Jahr 2005 erreichten sie das Halbfinale, wo sie Brasilien 2:3 unterlagen. Im Spiel um den dritten Platz besiegten die Gastgeber die Mexikaner.

Im Moment ist es unklar, mit welchem Kader die Deutschen im Sommer nach Russland kommen werden, aber es ist Deutschland, das als der größte Favorit des Turniers gilt.

Portugal ist Europameister

Die portugiesische Nationalmannschaft erschien im Jahr 1966 auf der Weltbühne, bei den Weltmeisterschaften in England, wo sie sofort die Bronzemedaille gewann. Übrigens schlugen die Portugiesen im Spiel um den dritten Platz eben die UdSSR-Mannschaft.


Aber es gelang nicht, den Erfolg auszubauen und etwa 20 Jahre nahm Portugal an den großen internationalen Turnieren nicht teil.

Die portugiesische Nationalmannschaft spielte im neuen Jahrhundert immer erfolgreich bei den Europameisterschaften. Im Jahr 2016 wurden die Portugiesen erstmals Europameister. © Aleksander Demjantschuk/ TASS
 

Im Jahr 1984 krönten die Portugiesen das erste Erreichen der Endrunde einer Europameisterschaft mit Bronze. Der Eintritt ins Finale war auch nah, aber eine Minute vor dem Ende der Verlängerung des Halbfinalspiels erzielte Michel Platini ein Tor, das die Franzosen ins Finale brachte. Wieder gab es eine Pause, die in den späten 90er Jahren mit dem Auftreten von Stars wie Luis Figo, Rui Costa und Fernando Couto unterbrochen wurde. Und im Jahr 2003 debütierte der derzeitige Kapitän und Hauptstar der Mannschaft Cristiano Ronaldo.

Seit Beginn des Jahrhunderts ist die portugiesische Nationalmannschaft zweimal im Halbfinale der Europameisterschaft gescheitert, und im Jahr 2004 verlor sie bei der Heim-EM im Finale gegen Griechenland. Und im Jahr 2016 kam die lang erwartete Meisterschaft.

Doch das auf den Plätzen Frankreichs gewonnene Gold hinterließ einen widersprüchlichen Eindruck -  von sieben Spielen beim Turnier errang der Gewinner des Turniers nur einen Sieg in der regulären Spielzeit (Halbfinale mit Wales 2:0). Alle anderen Treffen endeten mit einem Unentschieden. Allerdings ist die Fähigkeit, auszuhalten, ein fester Bestandteil der Meisterschaftsnatur.

Ob Portugal die Tradition der Großen Debüts unterstützen wird, wird sich bald zeigen.

Chile ist der Südamerika-Meister

Die dritte debütierende Mannschaft des Konföderationen-Pokals wird von den Ufern des längsten Strandes der Welt kommen.

Chile ist eine der ältesten Mannschaften der Welt, die an der Gründung der Kontinental- und Weltmeisterschaften teilnahm. Vor mehr als hundert Jahren, im Jahr 1916, wurden die Chilenen eine von vier Mannschaften im ersten Amerika- Cup, und seitdem besetzen sie einen prominenten Platz in der Geschichte des Turniers.



Chilenen haben die letzten beiden Copa Américas gewonnen und gelten heute als eine der stärksten Mannschaften des Planeten. © Lintao Zhang / Getty Images

Im 20. Jahrhundert kämpften die Fußballer oft um die Medaillen des Copa América, viermal erreichten sie das Finale, aber sie konnten nicht gewinnen. Wie sehr die Chilenen sich auch anstrengten, sie blieben immer im Schatten der großen Drei - Brasilien, Argentinien und Uruguay.

Im Jahr 1962, bei der Heim-Weltmeisterschaft, gewannen die Chilenen Bronze, was immer noch ihr wichtigster Erfolg auf der Weltbühne ist.

Bei der WM 1962 war es geplant, die Spiele in Stadien von acht Städten in Chile durchzuführen, aber das zwei Jahren vor dem Turnier geschehene Große Chile-Erdbeben zwang die Organisatoren, den Kalender und die Austragungsorte vollständig zu ändern: nach der Katastrophe verzichteten mehrere große Austragungsstädte auf die Spiele. Die wichtigsten Spiele wurden im größten Stadion des Landes, dem Nationalstadion in Santiago mit einer Kapazität von 64.000 Zuschauern, angepfiffen. Auf diesem Platz fanden 10 Meisterschaftsspiele statt, darunter das Finale zwischen Brasilien und der Tschechoslowakei (3: 1).

In den letzten Jahren ist die chilenische Mannschaft aufgeblüht und gilt heute zu Recht als eine der stärksten Nationalmannschaften der Welt. Im FIFA-Rating nimmt Chile den vierten Platz ein, ganz knapp hinter den auf dem dritten Platz liegenden Deutschen.

Mexiko ist der Inhaber des CONCACAF Gold Cups

Die Mexikaner werden zum siebten Mal zum Konföderationen-Pokal kommen und bei diesem Indikator die führenden Brasilianer überholen.

Mexiko ist unter den Mannschaften, die niemals Meister wurden, der Rekordhalter in der Teilnahme an Weltmeisterschaften. Wahrscheinlich ist dies das markanteste Merkmal der Auswahl: stabil und stark, aber nicht genug, um den großen Erfolg zu erzielen.


Mexiko ist der 10-malige Sieger des CONCACAF Gold Cups. © David J. Becker / Getty Bilder

Die Mexikaner unterschieden sich immer im Mannschaftsspiel und Kampfgeist. Einer der bekanntesten Spieler ist der derzeitige Kapitän der Mannschaft Rafael Marquez. Der Zentralverteidiger spielt seit 1997 für die Nationalmannschaft, nahm an vier Weltmeisterschaften teil und hat alle Chancen, 2018 nach Russland zu kommen. Wenn dies geschieht, wird Marquez der vierte Spieler sein, der fünfmal an der Weltmeisterschaft teilnahm. Früher hielten diesen Rekord der Deutsche Lothar Matthäus, die Italiener Gianluigi Buffon und Antonio Carbajal, der von 1950 bis 1966 für die Mexiko-Nationalmannschaft spielte, ebenso lange wie Marquez.

Mexiko ist im CONCACAF die Auswahl mit den meisten Titeln, und deshalb ist ihre regelmäßige Teilnahme am Konföderationen-Pokal nicht verwunderlich. Doch erreichte sie nur einen Sieg im Turnier - im Jahr 1999. Dabei spielte Marquez in dieser Mannschaft bereits eine große Rolle.

Für die Mexikaner war es ein Heimturnier, und es ging in die Geschichte als das am besten besuchte Turnier ein, dessen durchschnittliche Zuschauerzahl 60 Tausend überschritten hat. Ein mächtiges Finale mit Brasilien, das Mexiko 4: 3 besiegte, versammelte 110 Tausend Zuschauer im „Estadio Azteca“.

Australien ist der Asien-Champion  

Für eine lange Zeit spielten Australier nicht in Asien, sondern in Ozeanien. Dort kämpften sie gewöhnlich mit einem Konkurrenten – Neuseeland, mit dem der Ozeanien-Cup im Wechsel gewonnen wurde. Die restlichen Mannschaften stellten für die „Socceroos“ keine Konkurrenz dar. Die Mannschaften von Vanuatu, Neukaledonien, den Cook-Inseln, erreichten bisher nicht das nötige Niveau und erlitten oft eine vernichtende zweistellige Niederlage gegen Australien. Im Jahr 2001 wurde im Qualifikationsspiel der Weltmeisterschaft 2002 zwischen Australien und Amerikanisch-Samoa mit dem Ergebnis 31:0 der Weltrekord auf der Ebene der Nationalmannschaften aufgestellt.


Australien spielt seit 2006 in der asiatischen Zone der UEFA. Im Jahr 2015 wurde sie das erste Mal zum Gewinner des Asien-Cups. © Michael Dodge / Getty Bilder

Wenn es jedoch ernst wurde, verlor die Mannschaft. Es geht um die Play-offs für das Recht, bei den Weltmeisterschaften zu spielen. Das Ausscheidungsturnier in Ozeanien zu gewinnen, war nicht schwierig, aber im Weiteren verloren die Australier die Spiele in den Jahren 1986, 1994, 1998 und 2002. Am 1. Januar 2006 wurde Australien offiziell in die Abteilung der asiatischen FIFA-Zone übernommen, und das wirkte. Die Australier unter der Leitung von Guus Hiddink kamen in die Endphase der WM 2006, nachdem sie die Gruppenetappe überwinden konnten. Diese Mannschaft wurde "die goldene Generation" getauft.

Neuseeland ist der Meister von Ozeanien

Seltsamerweise wurde Neuseeland nach der Übernahme von Australien in die asiatische Zone nicht der einzige Hegemon von Ozeanien. Natürlich ist die Nationalmannschaft ein Favorit, aber, wie die Praxis gezeigt hat, ist das überhaupt nicht sicher. Die Neuseeländer spielen in der Region weitaus nicht so markant wie die Australier, und beim Cup of Nations OFC 2012 stolperten sie sogar im Halbfinale mit Neukaledonien und erreichten nur den dritten Platz.

Der Haupttrainer der neuseeländischen Auswahl Anthony Hudson stellte nach der Auslosung des FIFA Konföderationen-Pokals 2017 fest, dass seine Mannschaft um den Gruppensieg kämpfen wird. © Sergej Fadeitschew / TASS
 

Im Jahr 2010 machte Neuseeland seinen Weg in die Endrunde der Weltmeisterschaft in Südafrika, wobei die Elf eine kleine Sensation schaffte und alle Spiele der Gruppenetappe mit einem Unentschieden beendete - mit Italien, Paraguay und der Slowakei.

Dies ist die vierte Teilnahme der Neuseeländer beim Konföderationen-Pokal. In den Jahren 1999, 2003 und 2009 konnte die Mannschaft die Gruppenetappe nicht überwinden.

Kamerun ist der Afrika-Meister 

Der zuletzt dazu gekommene Turnierteilnehmer ist die Mannschaft von Kamerun, das am 5. Februar den afrikanischen Titel gewann.

Kamerun ist eine der der stärksten afrikanischen Mannschaften in der Geschichte. Die Goldene Zeit der "unbezähmbaren Löwen", wie die Mannschaft genannt wird, war in den 80er Jahren, als zwei der drei Finals des Afrikanischen Cups gewonnen wurden.

Im Jahr 1982 kam Kamerun zur Weltmeisterschaft, wo es sehr würdig spielte, alle drei Spiele der Gruppenetappe mit Italien, Peru und Polen beendeten die Kameruner in einem Unentschieden.


Die Auswahl von Kamerun wurde im Februar zum fünfmaligen Gewinner des Afrika-Cups der Nationalmannschaften. © Visionhaus / Corbis über Getty Images

In jenen Jahren glänzte einer der berühmtesten Spieler des Landes, Roger Milla, der alte Zauberer genannt, in der Nationalmannschaft. Weltaufmerksamkeit erhielt er bei der italienischen Weltmeisterschaft im Jahr 1990, als dank seiner Bemühungen die "Löwen" das Viertelfinale erreichten, wo sie sich erst in der Verlängerung der englischen Mannschaft geschlagen geben mussten. Es ist interessant, dass jene Mannschaft von dem sowjetischen Spezialisten Walerij Nepomnjaschchij geleitet wurde.

Milla ging schließlich in die Geschichte des Weltfußballes ein als ältester Torschütze im Finale einer Weltmeisterschaft. Dies geschah im Spiel mit der russischen Mannschaft bei der WM 1994 in den USA, wo Oleg Salenko den einzigen Penta-Trick in der Geschichte der Weltmeisterschaften schaffte. Als Milla das Ehrentor erzielte, war er 42 Jahre und 39 Tage alt. Eine interessante Tatsache ist, dass der derzeitige Haupttrainer der Nationalmannschaft Stanislav Tschertschessow in jenem Spiel das Tor der Russen hütete. Kamerun spielte zweimal im Konföderationen-Pokal, 2001 und 2003. Die zweite Teilnahme am Meisterturnier endete in einem Triumph, Kamerun erreichte den ersten Platz in der Gruppe, indem es den Weltmeister Brasilien besiegte und das Finale erreichte, wo es in der Verlängerung gegen Frankreich verlor.

Den Titel des afrikanischen Meisters gewann Kamerun zum fünften Mal und bei diesem Indikator kam es damit auf den zweiten Platz.

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