Königsberger Dom

Ruslan Schamukow/TASS
Im Jahr 1302 wurde der Dombau in der Altstadt vollendet. Der neue Bischof schätzte das Gebäude als ungenügend grandios ein. Auf seinen Antrag wurde ein Gelände am 13. September 1333 vom Großmeister des Deutschen Ordens für einen neuen Dom gestellt. Der Altstadtdom wurde abgebaut. Aus seinen Steinen kam der Dom in Kneiphof, der man heute auf dem Kant-Insel sehen kann. Für Baustofflieferung wurde in der Wand von der Altstadt die Domtore (wurden 1944 zerstört) gebrochen. Davon führte der Dombrücke in Kneiphof, der nach dem Dombau abgebaut wurde.

Der ursprüngliche Plan beinhaltete den Dom-Burg-Bau. Der Großmeister des Deutschen Ordens sagte die Idee jedoch nicht zu, indem er merkte, es sei ziellos gewesen, die neue Burg zu bauen, die sich einen Flug des Pfeils vom vorhandenen Schloss weit befand. Danach wurden das Fundament erleichtert und die Wanddicke verringert. Im Laufe der Zeit führte das in die Absenkung des Turmteils und der nördliche Turm neigte sich auch auf 45 Zentimeter von der Achse. Deshalb wurde er der Schiefer Turm von Ostsee genannt. Der Dombau dauerte im Unreinen 50 Jahre. Nach seiner Eröffnung dauerten die Arbeiten noch mehrere Jahrzehnte.

Der Königsberger Dom auf dem Kant-Insel ist ein seltenes Beispiel von Backsteingotik (aus Rotstein) in Russland, die in Deutschland und Polen verbreitet ist. Die in diesem Stil aufgebauten Kirchen und Schlösser kommen ohne den bildhauerischen Dekor aus. Die Schönheit ihrer Fassaden ist streng und lakonisch. Es gibt nur deutschen Rotstein und Kunst der Maurermeister.

Der Dom wurde dem sakralen Leib Jesu Christi, der Mutter Maria, Allerheiligen und Adalbert von Prag geweiht. Die Ritter beteten in dem einschiffigen Teil des Doms (den Hohen Priechen) und alle andere Leute in dem dreischiffigen Teil (den Niedrigen Priechen) an.

Der letzte Großmeister des Deutschen Ordens Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach war mit den Ideen von Martin Luther und der Reformation fasziniert. Preußen wurde zum ersten protestantischen Staat in Europa. 1523 wurde die erste lutherische Predigt auf dem Deutsch im Königsberger Dom gehalten.

1544 gründete der Herzog die Albertina-Universität in Königsberg. Der Dom (zu dieser Zeit schon die Kirche) wurde zur Universitäts-Kirche. In seinem südlichen Turm entstand ein Platz für Bibliothek, die dem Gründer Martin Von Wallenrod zu Ehren als Wallenrodtsche Bibliothek genannt wurde. Neben den Büchern wurden Karten, Globus und Manuscripten dort aufbewahrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bibliothek verschwunden. Ein Teil der Bücher vernichtete beim Bombenangriff und Brand, der Rest wurde verteilt. In der Universität in Kaliningrad sind 291 Bände aus den gesammelten Wallenrod-Büchern aufbewahrt.

Am Ende des 16. Jahrhunderts kaufte die Albertina-Universität einen Platz an der Nordwand des Hauptkirchenschiffes vom Dom für die Beerdigung der Professoren aus. Und 1945 rettete ein der Professorengräber den Dom.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unterrichtete der Gründer der klassischen deutschen Philosophie Immanuel Kant in der Königsbergischer Universität. Er dozierte den Studenten über Logik, Metaphysik, Ethik, Mathematik, Mechanik, Naturwissenschaft und Geographie und parallel arbeitete er an den Traktaten über Erkenntnistheorie, Ethik, Ästhetik, Anthropologie, Religion, Staats- und Rechtsproblematik. Neben seinem klaren Verstand blieb Kant den Mitbürgern mit seinem höchsten Pedantismus in Erinnerung. Mit ihm konnte man die Uhrzeiten wirklich vergleichen. Außerdem verließ er Königsberg niemals in seinem Leben. Wladimir Lenin hielt Kant für den Vorläufer von Karl Marx und Friedrich Engels. Kritik der reinen Vernunft von Kant gehörte zum Pflichtprogramm der Hochschulbildung in der Sowjetunion. Deshalb bewährte die Sowjetische Regierung den Dom vor dem Abbruch, nachdem sie das Kants Denkmal daneben gesehen hatten.

In der Zweiten Weltkrieg brannte der Dom fast völlig von innen aus. Darauf übertrug sich die Flamme aus den zerbombten Nebengebäuden. Von 1992 bis 2005 übernahm der Restaurator Igor Odinzow die Leitung von den Domumbauarbeiten und wurde zu seinem Direktor. Die Gottesdienste werden im Dom nicht abgehalten, es gibt allerdings die orthodoxe und lutherische Kapelle. Im Dom ist das Immanuel-Kant-Museum mit dem Vorkriegs-Dommodell und Harnische geöffnet. Samstags (um 18:00 Uhr) finden die Orgel- und Sonntags Klavier- und symphonische Konzerte statt. Die Orgel in Kaliningrad ist eine der größten in Europa.