Der Tempel aller Religionen

Schon im ankommenden Zug nach Kasan sehen Reisende mehrere Kuppeln mit den Kreuzen, Halbmonden und unverständliche Symbolen. Der Tempel aller Religionen ist das Hauptwerk des Architekten Ildar Chanow. Er selbst nannte ihn den ökumenischen Tempel. Der Architekt hat den Tempel nicht als Ort für Menschen unterschiedlicher Religionen gedacht. „Menschen haben keinen einzigen Gott“, so Ildar. Er versuchte „ein Architektursymbol der Einigung der Seele im heiligen Streben nach der Nähe zum Schöpfer“ zu schaffen.

Nach dem Entwurf sollten hier 16 Tempel verschiedener Religionen entstehen: Orthodoxie, Katholizismus, Buddhismus, Islam, Judaismus, Bahaitum, Religion der alten Asuras und andere. Ildar Chanow baute den Tempel 19 Jahre lang. Am 9. Februar 2013 ist er gestorben, ohne den Tempel fertigzubauen.

Heute befindeen sich in der Siedlung Araktschino unter einem Dach ein Museum, eine Konzerthalle und eine Ausstellungsgalerie. Der Architekt plante hier eine ökologische Schule, einen See-Klub, ein Kriegerdenkmal und ein internationales Kinderrehabilitationszentrum. Am Wochenende finden hier Konzerte und schöpferische Abende statt. An andere Tage ist der Tempel geschlossen.

Ildar Chanow war Absolvent der Kasaner Kunstschule und des Surikow Kunstinstituts in Moskau. Er hat viele Denkmäler errichtet, wie z.B. die Mutter-Heimat-Statue, die Energie, der Lebensbaum, die Erweckung, die Evolution, der Baum der Dichtkunst und der Schutzengel.