Christus-Erlöser-Kathedrale

Sergej Fadeitschew/TASS

Formal ist dies eine der wichtigsten Kathedralen des Landes. Sie ist jedoch nicht zu einer volkstümlichen Kathedrale geworden, da sie einen sehr offiziellen Status hat und hochrangige Mitglieder zu Feiertagen empfängt. Gebaut wurde sie im Jahre 1997 auf dem Gelände, auf dem bis zum 5. Dezember 1931 die gleichnamige Kirche gestanden hatte. Sie wurde damals wegen der großen Pläne Josef Stalins zum Wiederaufbau Moskaus gesprengt. Die Christus-Erlöser-Kathedrale war als Kenotaph für Krieger gebaut, die in verschiedenen Jahren während der Schlachten mit der napoleonischen Armee gefallen waren. Die Namen dieser Helden waren an die Wände der Kathedrale geschrieben. Sie wurde vom Hof-Architekten Konstantin Ton (dem Autoren des Großen Kreml-Palastes) im Jahre 1883 gebaut. Für den Bau war ein Gelände in der Region Wolchonka gewählt worden, die Kirche war so groß, dass dafür das Aleksejewskij-Nonnenkloster aus dem XVII. Jahrhundert abgerissen werden musste, deren Äbtissin der Legende nach, die Baustelle verfluchte und sagte, dass die Kirche hier nicht lange stehen wird. Und so geschah es auch. Fast 50 Jahre später, im Winter 1931 wurde sie gesprengt, um auf dem Platz einen Palast der Sowjets zu errichten. Während der 50 jährigen Existenz der Kirche wurden hier königliche Krönungen durchgeführt, große staatliche Feste gefeiert, hier sang Fjodor Schaljapin und hier ertönte zum ersten Mal die Ouvertüre aus dem Jahr 1812 von Peter Tschaikowski. Der Palast der Sowjets wurde nicht gebaut – der Krieg gegen den Faschismus zerstörte die städtebaulichen Pläne. Erst im Jahre 1960 wurde auf dem Gelände der Kirche das Freibad "Moskwa" gebaut. Das Wasserbecken war so groß, dass durch die Verdunstung des Wassers Korrosion an den Konstruktionen benachbarter Häuser entstand und Exponate des sich in der Nähe befindlichen Puschkin-Museums beeinträchtigte. Anfang der 1990er Jahre begann der Bau der Kopie der früheren Kirche. Heute ist es ein riesengroßes Gebäude, in dem zu religiösen Feiertagen die ersten Personen des Landes anwesend sind. In den oberen Etagen der Kathedrale befindet sich eine Aussichtsplattform, im unterirdischen Teil – ein Konzertsaal. Um eine ungefähre Vorstellung von den Sujets zu schaffen, welche auf den Hochreliefs der Kathedrale dargestellt sind, gehen Sie ins Donskoi-Kloster, wo die nach der Sprengung erhalten gebliebenen Fragmente entlang der Klostermauer ausgestellt sind.