Komsomolskaya (Sokolnitscheskaja Linie)

Nikolai Galkin/TASS
Die ursprüngliche Vorhalle des nördlichen Eingangs in die Station Komsomolskaya war ein Gebäude, das mit hellem Marmor und rotem Granit verkleidet war, mit einem zentralen Deckenstück von Wladimir Faworski und dem monumentalen Wandbild „Vorwärts zu neuen Siegen!“, dass den Eintretenden an der Wand begrüßt. Heute befindet sich hier ein noch grandioserer Bau, der vom großen Aleksei Schtschussew als sein letztes Projekt entworfen wurde und wofür der Architekt posthum mit dem Stalinpreis ausgezeichnet wurde. Die Vorhallen der ersten Stationen der Metro sollten Wunder sein, Paläste, die den Eintritt in ein unterirdisches Zarenreich freigaben. Die Station Komsomolskaya ist in diesem Sinn besonders wichtig, denn dies war die erste Station, die die Gäste der Hauptstadt zu Gesicht bekamen, die von den drei Eisenbahn-Bahnhöfen ankamen. Die Station musste einfach beeindruckend ausfallen, und beeindruckt auch heute noch.

Die architektonische Hauptbesonderheit der Station Komsomolskaya sind ihre Balkone, die sie über den Gleisen umgeben, mit Brücken zwischen ihnen und Treppenabgängen. Die Balkone entstanden hier nicht der Schönheit zuliebe, sondern waren notwendig, denn die Station wurde von Anfang an für große Passagierströme geplant, und zum Vermeiden von Drängeln musste ein eigener Passagierteiler erdacht werden. Die Säulen der Balkone sind mit Prochoro-Balandino-Marmor aus Tscheljabinsk verkleidet, die Säulen der eigentlichen Station mit roségoldenem Tschorgun-Marmor von der Krim. Die Embleme des KIM, der kommunistischen Jugendinternationale, auf den Bronzekapitälchen erinnern an die Heldentaten der Komsomolzen, welche die Station erbaut haben. Ihnen zu Ehren hängt hier auch das Majolika-Wandbild von Jewgenij (Eugène) Lanceray „Metro - Bauarbeiter“ im Vorsaal der Durchgangs zur nördlichen Vorhalle; das erste, aber wie wir bereits wissen bei weitem nicht das letzte Muster künstlerischen Schaffens an den Wänden der Metrostationen.