Ostafjewo

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Eines der prächtigsten Moskauer Herrenhäuser befindet sich jetzt innerhalb der Stadt, im Neuen Moskau. Vom Ende XVIII. bis Ende XIX. Jahrhunderts gehörte es der fürstlichen Familie Wjasemski, danach der fürstlichen Familie Scheremetjew. Das große feierliche Haus im Stil des Klassizismus wurde 1807 am Ufer eines Teiches gebaut. Andrej Iwanowitsch Wjasemski lud den Schwiegersohn Nikolaj Michajlowitsch Karamsin ein in Ostafjewo zu wohnen. Im April 1807 wurde Pjotr Andrejewitsch Wjasemski nach dem Tod seines Vaters der Besitzer des Herrenhauses. Hier waren öfter Alexander Puschkin, Wassilij Schukowski, Konstantin Batjuschkow, Denis Dawidow, Alexander Gribojedow, Nikolaj Gogol und Adam Mickiewicz zu Besuch. 

Zum Ende des XIX. Jahrhunderts verstanden die Wjasemskis sehr gut, wie wichtig ihre Villa historisch gesehen war, und deshalb blieben die Zimmer von Puschkin und Karamsin im Originalzustand. Graf Sergej Scheremetjew, der der Eigentümer des Herrenhauses wurde, schonte auch das kulturelle Erbe des Hauses und errichtete sogar neben dem Haus die Denkmäler von Wjasemski, Puschkin und Schukowski. 

Das Idyll war allerdings mit Beginn der Revolution 1917 zu Ende. Das Herrenhaus wurde verstaatlicht und man eröffnete ein Museum, das der Urenkel des Dichters Pjotr Wjasemski, Pawel Scheremetjew leitete. Danach war hier ein Pionierlager, dann ein Erholungsheim für sowjetische Beamte, und in den 1980er Jahren bekam das Gutshaus wieder den Status eines Museums. 

Es gibt eine Legende, dass Pjotr Wjasemski sich mit dem Hof-Namen lange quälte und schließlich beschloss, ihn mit dem ersten Wort zu benennen, das er von Puschkin hören wird. Der ankommende Puschkin begann zuallererst ein  Gespräch mit dem Diener und antwortete auf die Frage, was er mit seiner Reisetasche machen sollte: "Оstaw jеwо" (Lass sie[r1] ) – was in "Ostafjewo" geändert wurde. 



 [r1]Die Reisetasche.