Pokrowskoje-Streschnewo

Alexandr Selikov/TASS

Das ist eines der seltenen Herrenhäuser, das nur eine Familie während 250 Jahre besaß. Die Streschnews waren einst beim Hof sehr geehrt. Jewdokia Streschnewa war die Mutter des Zaren Aleksei Michajlowitsch. Die Familie lebte an dieser Stelle lange und glücklich. Sie eröffnete in dem Gutshof Tiergärten, legte Parks an, baute Häuser die sie später auch wieder umbauten. Am Ende des XIX. Jahrhunderts führte die letzte Besitzerin des Herrenhauses Jewgenia Schachowskaja-Glebowa-Streschnewa einen Totalumbau durch. Nach dem Vorhaben der Hauswirtin, sollte der Gutshof einem mittelalterlichen Schloss ähnlich sehen. Daran arbeiteten die Architekten Alexander Resanow und Konstantin Terski. Sie entwarfen ein höchsteigenartiges Projekt: dem Holzhaus wurden riesige quasigemauerte Türme vorgebaut und Flügel im pseudorussischen Stil errichtet. Den prächtigen Park, der die Häuser umgab, teilte die Besitzerin in drei Zonen, in denen man Eintrittskarten für jede Zone kaufen musste. Man konnte hier baden, fischen, Pilze sammeln oder im Wald spazieren. Ende des XIX. Jahrhunderts wurden in der Nachbarschaft modische Sommerresidenzen gebaut.

Zu Sowjetzeiten war hier ein Sanatorium, in dem die Revolutionärin Inessa Armand behandelt wurde und hier von Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare RSFSR Wladimir Lenin besucht wurde.

Das Herrenhaus wurde jetzt restauriert und bekam den Schutzstatus als Architekturdenkmal. In den umliegenden Seen leben heute Biber und Bisamratten, die man bei Exkursionen beobachten kann.