Besuchow

Andrej Terebilow/Welcome2018.com
Mauerwerk, Reste von Stuck an der Decke, niedrige Spitzenlampenschirme, Spuren von Edelputz an den Wänden, getrübte, wie nach dem Brand, Malerei, eine zerlesene Bibliothek und eine abgewetzte Statue der Venus von Milo. "Besuchow" sieht aus wie ein von den Feinden ausgeraubtes Adelsnest. In dieser antiutopischen Atmosphäre ist das Leben dennoch in vollem Gange: man trinkt Wein, isst was Leckeres, guckt abends intelligentes Kino auf einer riesigen Leinwand und hört Lesungen zu – im "Besuchow" finden oft Auftritte hauptstädtischer Schriftsteller statt.

Die Küche ist der Atmosphäre nicht ganz angemessen – neben der Schweinsbrust "ala Besuchow" und gesalzenen Milchlingen stehen im Menü Wachtel-Risotto und Pasta Carbonara. Es gibt eine große Teekarte und bizarr serviertes Frühstück – zum Rührei bringt man ein Strohnest mit Eierschale.