Stroganow-Kirche (Mariä-Geburt-Kathedrale)

Pawel Nowikow/Welcome2018.com
Die Mariä-Geburt-Kathedrale wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von dem berühmten Salzmagnaten, Schiffbauer und Mäzen Grigori Stroganow erbaut, der Militärkampagnen von Peter dem Großen finanzierte. In Nischni Nowgorod besaß er ein ganzes Dorf, an dieser Stelle befindet sich jetzt das gleichnamige Wohngebiet Gordejewka. In der Architekturgeschichte wird ein besonderer Stil hervorgehoben, der als speziell für alle von der Familie Stroganow erbauten Kirchen gilt – der so genannte „Stroganow‑Barock“ – wegen ihrer besonderen Üppigkeit und Liebe zu Details. Die Familie von Stroganow baute Kirchen in Nischni Nowgorod, in der Oblast Wologda und Oblast Archangelsk und im Dreifaltigkeitskloster in der Stadt Sergijew Possad.

Die Mariä-Geburt-Kathedrale wird in den Reiseführern als geschnitzte kostbare Schatulle bezeichnet: die ist mehrstufig, hat eine bunte Kuppel mit fantasievoller Schnitzerei und sieht sehr feierlich aus. Interessanterweise wurde die Kathedrale nach der Weihe 1719 weniger als 3 Jahre genutzt und wurde provisorisch durch Erlass von Peter dem Großem geschlossen. Der Legende nach soll Peter der Große einmal beim Gottesdienst dort gewesen sein und sich beleidigt gefühlt haben, nachdem er die Ikonen gesehen haben soll, die er selbst für die Peter-und-Paul-Festung in Sankt Petersburg bestellt haben soll. Stroganow soll diese aufgekauft und auf den Ikonenmaler eingeredet haben, für Peter in Sankt Petersburg neue zu malen.

Der Glockenturm ist mit einer Schlaguhr ausgestattet: das Uhrwerk wurde mehrmals ersetzt. Momentan ist es eine Uhr aus dem 19. Jahrhunderts von der deutschen Turmuhrenfabrik Weule. Nach der Revolution wurde sie demontiert und dem historischen Museum übergeben und dann der Kirche zurückgegeben. Heutzutage wird die Uhr weiterhin zwei Mal pro Woche von Hand aufgezogen, jede Stunde schlägt die unter der Kuppel befindliche 80 Kilogramm schwere Glocke.