Eremitage

Alexander Demjantschuk/TASS
Die Geschichte des Hauptmuseums des Landes, eines der größten Museen der Welt, begann damit, dass Kaiserin Katharina II. in einem der Lagerräume des Winterpalastes „Kreuzabnahme“ von Rubens fand und so beeindruckt war, dass sie anfing, eine Sammlung zu sammeln: zuerst eine malerische, und danach Skulpturen, Möbel, Bilderteppiche, Grafiken und vieles mehr. Wie dem auch sei befindet sich jetzt das Museum, das allein von malerischen Werken und angewandter Kunst mehr als 1 Million Lagerplätze hat, im Winterpalast und in den angrenzenden Gebäuden auf der Palast-Uferpromenade.

Die Eremitage besetzt nicht nur die Haupthallen, sondern auch Privatquartiere, Korridore, Passagen, ehemalige Küchen, Garderoben, Zimmer der Bedienung und Wächter, wo vor noch 100 Jahren Mitglieder der Zaren-Familie, Höflinge und Dienerschaft gelebt und gearbeitet haben. Es ist leicht, in den endlosen Korridoren und Enfiladen des Palastes verloren zu gehen, es ist unmöglich, die gesamte Sammlung in einem oder zwei Tagen zu sehen, also ist es besser, zwei oder drei Ziele im Voraus zu planen und den Besuch ihrer Besichtigung zu widmen.

Die Webseite der Eremitage bietet eine Option „Den Besuch planen“. Zum Beispiel kann man schnell die Hallen der Sektion „Die ältesten Denkmäler der Kultur und der Kunst von Eurasien“ im ersten Stock betrachten, die Skythen mit ihren Ornamenten im Tierstil und vor allem mit dem ältesten Teppich in der Welt, der im Pasyryk-Hügel gefunden wurde, erreichen. Oder aus erster Hand die Schätze der ägyptischen Sammlung sehen. Es ist schön, unter den römischen und griechischen Büsten zu gehen und in ihnen eine Ähnlichkeit mit Freunden und Bekannten zu finden. Man kann Blumen und Tiere in der Loggia von Raphael stundenlang beobachten, oder man kann sich unter Hunderten von anderen neugierigen Leuten in der Da Vinci-Halle drängen und kurz zur „Madonna von Litta“ und „Madonna von Benoit“ durchstoßen. Die Bolschewiki verkauften damals das Beste von Eremitage-Tiziano, aber von Rembrandt gibt es in Petersburg viel. Besonders interessant sind die späteren Werke, aus deren dunklen Tiefen das ohristisch-goldene Licht auf den Betrachter gießt, wie in „Der Rückkehr des verlorenen Sohnes“ oder „Dem Porträt eines alten Mannes in Rot“. Stilleben von Snyders, Holzskulptur der deutschen Renaissance, Goya, Velasquez, Gainsborough, florentinisches Mosaik, Galerie der Helden von 1812, Pfauenuhr und mittelalterliche Rüstung, Münzen, Vasen, Hallen...

Wenn sich von Eindrücken der Kopf dreht, kann man sich lang die Newa und die Peter- und Paul-Festung hinter dem Fenster ansehen und danach sich zum Ausgang schieben und gemusterte Böden und Türgriffe von Morelli betrachten.

Am ersten Donnerstag eines jeden Monats, 7. Dezember – freier Eintritt.