Pawlowsk-Palast

Jurij Belinskij/TASS

Pawlowsk ist eine kleine Stadt am Slawjanka-Fluss, die um den Pawlowsk-Palast herum aufgewachsen ist und zu einem Anziehungspunkt für viele großartige Menschen wurde. Über Pawlowsk schrieb Anna Achmatowa, die Charaktere des Romans „Idiot“ von Fjodor Dostojewski leben in einem Landhaus in der Nähe von Pawlowsk, hier waren die Schriftsteller Nikolaj Karamsin und Wasilij Schukowskij. Im 18. Jahrhundert waren an diesem Ort finnische Dörfer, und in den hiesigen Wäldern organisierte man Jagten für Katharina II. Die Kaiserin schenkte diese Plätze ihrem Sohn Pawel. Es war im Dezember 1777, und von diesem Moment an begann die Geschichte des Dorfes Pawlowsk. Nach der Registrierung der Ländereien zugunsten des zukünftigen Imperators Pawel wurden hier zwei Herrenhäuser, Gärten und Blumengärten errichtet. 1786 baute man auf dem Gelände bescheidener Häuser einen Palast, nach dem Vorbild der palladianischen Villen, der vom Architekten Charles Cameron entworfen wurde, und um ihn herum wurde ein wunderschöner Landschaftspark angelegt. Im Jahre 1784 wurde hier die Kirche St. Maria Magdalena unter dem Projekt von Giacomo Quarenghi (Uliza Sadowaja, 17) vollendet.

Paul, der eine schwierige Beziehung mit seiner Mutter hatte, mochte Pawlowsk nicht und schenkte das Dorf seiner Frau Maria Fedorowna, er machte Gatschina zu seiner Residenz. Bei Maria Fedorowna blühten im örtlichen Park die schönsten Blumen und die schönsten Feste fanden im Palast statt. Nach ihrem Tod kam das weltliche Leben von Pawlowsk ins Wanken, bis 1838 die Stadt zur Endstation der ersten Eisenbahnlinie - Zarskoselskaja - in Russland wurde. Am Bahnhof fanden zeitweise Konzerte für weltliche Öffentlichkeit statt. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dirigierte Johann Strauss (Sohn) öfter seine Walzer, und andere große Musiker spielten. Am Ende des 19. Jahrhunderts verwandelte sich die umliegende Region in eine gemütliche und sehr beliebte Ferienhausregion. Von 1918 bis 1944 hieß die Stadt Sluzk, in Erinnerung an Vera Sluzkaja, einen Revolutionärin, die an diesen Orten starb. Während des Großen Vaterländischen Krieges blieb praktisch nichts vom Palast und vom Park übrig, einige der Exponate wurden vor der Ankunft der Faschisten von der sowjetischen Armee entfernt, alles andere wurde jedoch verbrannt und geplündert. Der Palast und der Park wurden erst 1957 restauriert.  Seit 1989 steht der Komplex unter dem Schutz der UNESCO.