Museum der mordwinischen Volkskultur

Gleb Nagaew/Welcome2018.com
Dieses ethnographische Museum wurde im Herbst 1999 eröffnet. Die lokalen Behörden haben für die Ausstellung eine zweistöckige Villa im Zentrum der Hauptstadt Mordwinien – ein Denkmal der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts – bereitgestellt. Das Haus wurde 1905 von dem Kaufmann Konstantin Barablin gebaut. In der sowjetischen Zeit befanden sich in diesem Gebäude zu verschiedenen Zeiten der Oberste Gerichtshof Mordwiniens und der Republikanische Schriftstellerverband. Das Museum enthält mehr als viertausend Exponate, darunter zweihundert Ikonen aus der Zeit des 19. - Anfang des 20. Jahrhundert, Holzskulpturen aus dem 18. Jahrhundert und Bücher aus der gleichen Zeit. Das Museum, das jetzt eine Filiale des Republikanischen Ersja-Kunstmuseums ist, gibt einen ausgezeichneten Einblick in die Geschichte und das Leben des mordwinischen Volks. Der erste Saal ist ausschließlich den Bräuchen von Mordwinien gewidmet. Zum Beispiel kann man hier über "Rasken Ozks" - ein uraltes Fest des Ersja-Volks, das zusammen mit der Mokscha das mordwinische Volk darstellt – erfahren. "Rasken Ozks" ist ein kollektives Gebet, das unter den Ersja in der vorchristlichen Zeit praktiziert wurde. Die Betenden baten die Gottheit um eine gute Ernte und brachten Opfer - es konnten Lebensmittel (in der Regel Brot und Kuchen), Hefewein, Kwass und sogar Metallgeld sein. In diesem Saal kann man auch traditionelle Trachten sehen, die während Rasken Ozks getragen wurden.

Das Museum zeigt auch Exponate, die über ein anderes mordwinisches Fest – "Tejteren pia kudo" (wörtliche Übersetzung "Bierhaus des Mädchens") – erzählen. Es ist ein Fest für Mädchen, die das heiratsfähige Alter erreicht haben: an diesem Tag sammelten sich in Dörfern Mordwinien alle künftigen Bräute in einer speziell ausgewählten Hütte, bereiteten das Essen zu, brauten Bier und nähten Brautkleider. Das Fest endete mit einer improvisierten Hochzeit.