Das Gebietsheimatkundemuseum

Alexander Selikow/TASS

Im November 1914 hat die Zarizyn Vereinigung zur Förderung der außerschulischen Bildung den Bau des Heimatkundemuseums genehmigt. 1915 befand es sich in dem Gebäude des Hauses der Wissenschaften und Künste, in dem heutzutage das neue Experimentaltheater ist. Dem Museum wurden zwei Zimmer gegeben. 1925 zog es in das Gebäude der ehemaligen Verklärungskirche um.

Während der Schlacht um Stalingrad wurde das Museum zerstört. In den Jahren 1942 bis 1944 wurde es vorläufig aus Stalingrad ins Dorf Zwetotschnoje der Oblast Stalingrad, danach nach Urjupinsk und dann nach Kamyschin untergebracht, wo es von 1946 bis 1954 funktionierte. In Wolgograd war die Ausstellung erst Anfang der 1960er Jahren wieder komplett.

Heutzutage befindet sich das Museum in zwei Gebäuden: das Gebäude der Zarizyn Landschaftsverwaltung aus dem Jahr 1916 (Prospekt Lenina 5a) und der Wolschsko-Kamskij Kommerzbank aus dem Jahr 1879 (Prospekt Lenina 7). Beide Häuser wurden im Stil des Eklektizismus erbaut und sind historische und Baudenkmäler in der Region. Sie wurden nach der Schlacht um Stalingrad restauriert und kaum umgebaut. In den Gebäuden sind alte Treppen erhalten geblieben.

Aktuelle Ausstellungen zeigen die Natur, die Geschichte und das Kulturerbe der Oblast Wolgograd. Im Erdgeschoss befinden sich Ausstellungen zu Flora und Fauna der Region. Die Säle im ersten Stock sind der Geschichte der Urmenschen gewidmet. Die Ausstellung beinhaltet Artefakte, Sarmatische Schmuckstücke und den Schatz der Goldenen Horde. In anderen Sälen wird über Petrinische Epoche erzählt: über alte Festung, Zarizynische Linie, die nach der Verordnung von Peter I. errichtet wurde. Hier sind auch seine Geschenke an die Stadt ausgestellt: die Mütze und der Stock des ersten Kaisers des Russischen Reichs. Besonders interessant ist der Saal mit der Ausstellung zu Zarizyn am Anfang des 20. Jahrhunderts mit der schnellen Entwicklung der Industrie.

In dem Gebietsheimatkundemuseum befinden sich 143.000 Exponate, darunter paläontologische und archäologische Sammlung, Sammlung musikalischer Instrumente, Alltagsgegenstände des 19.-20. Jahrhunderts, Sachen des sowjetischen Kosmonauten Juri Malyschew, des sowjetischen Testpiloten Alexander Fedotow, der den Titel Held der Sowjetunion erhielt, und viele andere. Das Museum veranstaltet auch temporäre Ausstellungen mit den Exponaten aus Privatsammlungen und anderen Museen.

Hier finden auch Lesungen und Konferenzen, sowie seit 2001 das jährliche Gebietsfestival „Museen bewahren Traditionen“ und das jugendliche heimatkundliche Festival „Lerne und liebe deine Region!“ (seit 2004).