Wolgograder Musiktheater

Im Jahr 1932 fand in dem am Ufer der Zariza gelegenen Gebäude des Zarizyner Theaters "Concordia" die erste Premiere des Stalingrader Theaters der Musikkomödie statt - die Inszenierung der Operette "Cholopka" von Nikolai Strelnikow. Im ersten Jahr seines Bestehens präsentierte die Stalingrader Musikkomödie dem Zuschauern 13 Premieren und gastierte in Moskau, Kiew und Charkow. Die folgenden Spielzeiten waren nicht weniger gelungen. Im Theater gab es Inszenierungen nach Werken von Klassikern der Operette, z.B. von Karl Zeller, Robert Planquette, Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Johann Strauss sowie moderne Inszenierungen: die Operetten "Der Jahrmarkt von Sorotschinzy" von Alexej Rjabow, "Die Hochzeit in Malinowka" von Boris Alexandrow und "Das goldene Tal" von Isaak Dunajewski. Die fruchtbare Arbeit wurde vom Krieg unterbrochen. Im Feuer der Schlacht von Stalingrad ging alles unter: Kostüme, Dekoration und sogar das Gebäude selbst. Während der Evakuatierung in Kasan und Omsk ging die künstlerische Arbeit des Theaters weiter, anschließen kehrte die Truppe in vollständiger Besetzung in das befreite Stalingrad zurück. Das Traktorenwerk übergab dem Theater das renovierte Clubgebäude. Es gab keine Bedingungen, keine Heizung, aber die Inszenierungen waren ausverkauft. Im Jahr 1952 erhielt die Stalingrader Musikkomödie das wunderbare historische Gebäude am Ufer. Die Erweiterung des Repertoires des Theaters setzte sich fort. Es wurden die Opern "Die verkaufte Braut" von Bedřich Smetana, "Der Jahrmarkt von Sorotschinzy" von Modest Mussorgsky, die Ballette "Der rote Mohn" von Reinhold Glière, "Esmeralda" von Cesare Pugni u.v.a. aufgeführt. In den Jahren 1960-1970 arbeiten bekannte Komponisten mit der Truppe des Theaters, beispielsweise Wasilij Solowjow-Sedoj, Wladimir Semjonow, Nikolai Minch und Konstantin Listow. Für die Inszenierung der Operette "Die Melodie der Schneeberge" von Georgi Zabadse 1972 wurde das Theater mit dem Staatspreis der UdSSR ausgezeichnet. Einige Jahre später wurde der Preis für die Aufführung "Eine Heldin wird gebraucht" nach Veniamin Basner verliehen. Auf Basis der Musiktruppe des Theaters wurde das erste Symphonieorchester der Stadt gegründet.

Anfang der 1990er Jahre war das Theatergebäude fünf Jahre wegen Renovierung geschlossen. Die Truppe musste an fremden Spielstätten arbeiten, aber der kreative Prozess blieb nicht stehen, es wurden neue Inszenierungen und Konzertprogramme herausgebracht. Im Jahr 1995 erhielt das Theater den Status eines Musiktheaters. 2003 wurde es Träger des Preises der Stadt Wolgograd für die musikalische Inszenierung "Die große Heldentat von Stalingrad", die den Feiern des 60. Jahrestages des Sieges in der Schlacht von Stalingrad gewidmet war.

Seit Anfang der 2000er Jahre veranstaltet das Musiktheater das überregionale Weihnachtsfestival für junge Musiker. Im Jahr 2001 fand das erste Opernfestival "Herbstliche Wolga" unter Beteiligung von Solisten von Operntheatern aus Russland und dem nahen Ausland statt. 2004 verlief das erste Operettenfestival, benannt nach der Volkskünstlerin und Ehrenbürgerin der Heldenstadt Wolgograd Tamara Papina. Während seiner gesamten Geschichte schuf das Theater über vierhundert Inszenierungen, auf seiner Bühne wuchsen mehrere Generationen begabter Schauspieler und Musiker heran. Heute setzen der Chefregisseur und verdiente Künstler Russlands Alexander Kutjawin und der Chefdirigent und verdiente Künstler Russlands Wadim Wenediktow die Traditionen fort.