Werk "Kransnyj Oktjabr"

Alexander Selikow/TASS

Das Eisenhüttenwerk war die Arena der grausamen Schlachten des Herbstes von 1942, seine Verteidigung ist eine der heldenhaften Seiten der Schlacht von Stalingrad. Das Werk "Kransnyj Oktjabr", gegründet im späten XIX Jahrhundert, ist eine der ältesten Industrieanlagen der Stadt. Sein erster Besitzer, das französische Unternehmen "Die Ural-Wolga-Hüttengesellschaft", feierte am 30. April 1897 den feierlichen Baubeginn, und im November 1898 begann hier der erste Martin Ofen zu arbeiten. In jenen Jahren war das Werk das größte in der Stadt und Region. Im Jahre 1902 arbeiteten 1120 Arbeiter hier, und zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren es bereits fünftausend Arbeiter. Da das Werk weit weg von der Stadt stand, mussten die Besitzer eine nahe liegende Wohn- und Sozialinfrastruktur schaffen. Drei Siedlungen wurden gebaut: das sogenannte Große Frankreich, wo die Leitung des Unternehmens wohnte, (vor allem die Franzosen), das Kleine Frankreich (eine Siedlung für Ingenieure und Techniker und die besten Fachkräfte) und das russische Dorf, wo die meisten Arbeiter wohnten. Die Ortsnamen das Große und Kleine Frankreich werden immer noch im Gebiet des Krasnooktjabrskij Bezirks verwendet, obwohl vorrevolutionäre Gebäude dort nur an wenigen Orten bewahrt wurden. Trotz des umfangreichen Wohnungsbaus gingen immer noch einige Arbeiter täglich von Zarizyn zu Fuß, was die Stadtbehörden aufforderte, eine Straßenbahnlinie zum Werk zu legen.

Heute geht zum "Kransnyj Oktjabr" eine Schnellstraßenbahn, die auch eine Sehenswürdigkeit von Wolgograd darstellt.

Zum Anfang des Großen Vaterländischen Krieges produzierte "Kransnyj Oktjabr" 9% von allem Stahl im Land. Im Jahr 1941 erhöhte das Werk die Produktion von Panzerstahl, beherrschte neue Stahlmarken, begann militärische Ausrüstung und Munition zu produzieren. Im Jahr 1942 waren mehr als ein Drittel der Arbeiter Frauen, die nicht nur als Stahlarbeiter arbeiteten, sondern mit dem Beginn der Verteidigung von Stalingrad zusammen mit den männlichen Arbeitern sich den Miliztruppen anschlossen.

Das Werk, und vor allem Abteilung Nr. 4, der erste Martin Ofen in der Welt, der Panzerstahl produzierte, war eines der Hauptziele der Hitler-Eindringlinge. Seit Ende September 1942 herrschten über hundert Tage lang in dem Werk heftige Schlachten. "Kransnyj Oktjabr" wurde fast vollständig zerstört, aber die mächtigen Wände der Martin Öfen dienten als zuverlässiger Schutz für unsere Kämpfer und Milizionäre in den Pausen zwischen den Schlachten. Die Wiederherstellung des Werkes begann unmittelbar nach der Schlacht von Stalingrad. Der erste Ofen, ausgelegt für das Schmelzen von 25 Tonnen Stahl, unter Nummer 0, der mit dem sanften Spitznamen "Nolik" bezeichnet wurde, wurde von eigener Kraft erbaut. Am 31. Juli 1943 produzierte der Martin Ofen die erste Stahlschmelze. Insgesamt wurden 1943 mehr als 518 Tausend Tonnen Stahl produziert und die erste Walzproduktion gestartet. 1944 war es möglich, schon acht Martin Öfen auszurüsten.

1948 wurde "Kransnyj Oktjabr" wiederhergestellt. In dieser Zeit begann es seine Spezialisierung in der Herstellung von Edel- und Werkzeugstählen, wodurch es bei der Entwicklung der Raketentechnik eine wichtige Rolle spielte. Und heute ist das Werk ein innovatives Unternehmen, der rund 900 einzigartige Marken von Sonderstählen und 500 Arten von Walzprodukten produziert und seine Produkte in mehr als 30 Länder exportiert.

Trotz der Zerstörung der Kriegsjahre sind vorrevolutionäre Gebäude auf dem Territorium des Werkes immer noch erhalten, und das ehemalige Laboratorium wurde in Form von Ruinen als Denkmal für die Schlacht von Stalingrad behalten. Dies ist eines der drei erhaltenen Gebäude in zerstörtem Zustand in der Stadt. Neben dem Labor des Werkes "Kransnyj Oktjabr" wurde auch die Gerhardt-Mühle neben dem Panorama-Museum "Schlacht von Stalingrad" sowie das Haus des Direktors vom Werk "Barrikady", wo sich der Kommandoposten der 138. Schützendivision befand, die die "Ljudnikow Insel" verteidigte, verewigt.